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Ausstellung „Kriegskinder“ wurde eröffnet

Worte sind besser als abgefeuerte Kugeln

Bevern (cst). Kriegskinder. In Deutschland denkt man bei diesem Begriff an die, die vor 1945 geboren sind, in grauer Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Doch Kriege und Kinder, die darunter leiden, gibt es überall – auch jetzt noch. Im Schloss Bevern wurde nun eine Ausstellung zu dem Thema eröffnet. 1400 Jugendliche befragten Menschen über ihre Erlebnisse im Krieg, die sieben besten Beiträge stehen nun der Öffentlichkeit zur Verfügung.

veröffentlicht am 29.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:21 Uhr

Drei Generationen besichtigen die Ausstellung „Kriegskinde
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Eindringliche Worte findet Dr. Sabine Meschkat-Peters, Schulreferentin des Bezirksverbandes Hannover des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, in ihren Begrüßungsworten: „Diese Ausstellung dient vor allem der Erinnerung an die grausamen Folgen des Zweiten Weltkrieges. Sie soll uns daran erinnern, dass jedes gesprochene Wort besser ist als eine abgefeuerte Kugel“. Ihre Idee war es, die Ausstellung in den Landkreis zu holen. Vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin einst organisiert, danach in Hannover auf große Resonanz gestoßen, wird die Ausstellung über das Leben und Leiden der Kriegskinder nun auch den Menschen im Landkreis vorgestellt.

„Wir wollten wissen, welche Ängste, Wünsche und Träume Kriegskinder hatten und welche Ereignisse sie besonders geprägt haben“, so berichten die Schüler von ihrer Arbeit. Fünf Schüler des Campe Gymnasium haben sich bereit erklärt aus Manuskripten vorzutragen.

Andächtig still wird es im Raum, in dem sich zur Eröffnung auch viele Zeitzeugen versammelt haben, als Lukas, Lena, Jürgen, Mareike und Maike von den Bombenangriffen auf das Weserbergland vorlesen. „Am 3. April kam der erste Bombenangriff auf Holzminden, viele Tote mussten wir verzeichnen. Vor allem die Fürstenberger- und die Bahnhofstraße haben großen Schaden genommen“. Wahre Geschichten, die auch die junge Generation sichtlich berühren. Die Schüler lassen die letzten Kriegstage, den Einmarsch der Amerikaner und die Nachkriegszeit wieder lebendig werden. Die bewegenden Schicksale der Kriegskinder sind noch lange nicht aufgearbeitet. Fünf der sieben Geschichten handeln vom Zweiten Weltkrieg, zwei beschäftigen sich mit moderneren, aber nicht weniger schlimmen Kriegen. Junge Menschen, die jetzt in Deutschland leben, berichten über ihre Erlebnisse auf dem Balkan und in Afghanistan.

Klaus-Volker Kempa, Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberpflege, Kreisverband Holzminden, fordert, dass Vorurteile, Vorbehalte und Spannungen zwischen Völkern abgebaut werden müssen:

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. April im Schloss Bevern zu besichtigen. Vor allem für Schulklassen dürfte die Ausstellung interessant sein.



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