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Volksbund zeigt in der Sparkassenhalle Fotos und Textdokumente

Workuta: VomÜberleben im größten sowjetischen Straflager

Rinteln (who). Im Zusammenhang mit seiner Herbst-Sammelaktion hat der Kreisverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. die eindrucksvolle Ausstellung "Erinnerungen an Workuta" nach Rinteln geholt. Die Schau in der Geschäftsstelle der Sparkasse Schaumburg in der Klosterstraße zeigt bis zum 22. November Reproduktionen von Fotos, Gemälden, Zeichnungen und Textdokumenten über das sowjetische Straflager Workuta.

veröffentlicht am 12.11.2007 um 00:00 Uhr

Auch Jürgen Evers war interessierter Betrachter der Ausstellung

Die Szenen aus dem harten Alltag der Häftlinge erinnern an ein dunkles Kapitel in der Geschichte des "Jahrhunderts der Lager". Workuta im äussersten Norden Russlands ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Orte der Gefangenschaft, Zwangsarbeit und Vernichtung in vielen Teilen der Welt. Durch Alexander Solschenizyns berühmtes Werk "Archipel GULAG" ist das sowjetische Straflager-System weltweit bekannt geworden. Nicht zuletzt wegen seiner Größe und langen Existenz ist Workuta das in Deutschland bekannteste Lager. Es waren zunächst Kriegsgefangene und später auch politische Häftlinge aus der DDR im Gefolge des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953, die nach Workuta verbracht worden sind. Die Ausstellung informiertüber beide Gruppen und schildert in Wort und Bild die harten Lebensbedingungen, aber auch Mut und Kraft der Gefangenen zum Überleben. Im Zuge der Amnestien nach Stalins Tod konnten zwischen 1953 und 1956 die deutschen Strafgefangenen zurückkehren. Zur Eröffnung der Gedenkausstellung in der Sparkasse hatte der Volksbund mit Dr. Siegfried Jenkner einen ehemaligen Workuta-Häftling und Zeitzeugen eingeladen. Der 1930 geborene emeritierte Professor für Politikwissenschaft im Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hannover ist im Oktober 1950 als Mitglied der Leipziger Studenten-"Gruppe Belter" verhaftet worden. Im Januar 1951 war er von einem sowjetischen Militärtribunal in Dresden wegen antisowjetischer Agitation zu zweimal fünfundzwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden.



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