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Viele Informationen bei der Wanderung rund um Wallensen

Woran die Flurnamen erinnern

Fölziehausen/Wallensen. Fast alle, die in der Region wohnen, sind mit den Begriffen schon mal konfrontiert worden. „Auf dem Weiberg“, „Steller Feld“ oder „Brautsiek“. Sie bezeichnen alte Flurstücke rund um Wallensen oder entlang des Iths Richtung Fölziehausen. Dies nahm Heinrich Meier als Wanderführer und Vorstandsmitglied von DorfKulTour Wallensen jetzt zum Anlass und veranstaltete eine Flurnamenwanderung rund um den Ort.

veröffentlicht am 21.08.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 17:19 Uhr

Fast 20 interessierte Besucher folgten Meier und lauschten seinen Erklärungen. Rund um Wallensen gab es in den letzten Jahrhunderten einige Orte oder Siedlungen, die im Laufe der Zeit wüst wurden.

Das Flurstück „Steller Feld“ etwa weist auf die ehemalige Siedlung Stelle hin. Stelle gehörte mit vier Vollmeierhöfen damals zu den Spiegelbergern, deren letzter Hof 1632 verlassen wurde. Wo der Ort, der sogar über eine Kapelle verfügte, allerdings genau lag, ist nicht ganz klar. Denn Meier allein liegen schon zwei Karten vor, in denen jeweils ein anderer Standort eingezeichnet ist. Die Einwohner siedelten sich später alle in Wallensen im Obertor an. Direkt anschließend an das „Steller Feld“ folgt das Flurstück „Im Mittelfelde“. Dies symbolisierte höchstwahrscheinlich die Mitte zwischen Stelle und Wallensen.

Auch an der Badeanstalt gibt es etwas zu erkunden. Hier gibt es den Bereich „Auf dem Schütt“. Dort war früher die Wallenser Mühle angesiedelt, ehe sie später in den Ort kam. Noch bis 1973 ging aus Richtung der jetzigen Bergmannssiedlung ein Mühlengraben Richtung Ortskern, an welchem die Mühle lag. „Auf dem Schütt“ steht für Schott, Verschluss oder Riegel, womit früher wahrscheinlich die Wasserzufuhr zur Mühle geregelt wurde. Direkt hinter der Bergmannssiedlung gibt es den Bereich „Auf dem Weiberg“, was früher auch „Sieben-Stück“ genannt wurde. Hier lag früher die Burg „Walaburgun“ oder „Walburgon“, auf der homburgische Vasallen lebten. In der Nähe soll sich sogar noch eine zweite Burg befunden haben, von der sich aber keine Spuren mehr finden lassen. Die Bezeichnung „Sieben-Stück“ geht darauf zurück, dass das Flurstück früher in sieben Teile aufgeteilt war und erst 1834 verkoppelt oder durch getauschte Flurstücke verbunden wurde, damit den Bauern die Bestellung des Landes vereinfacht wurde. Im Zuge dessen wurden die Bauern auch aus der Leibeigenschaft entlassen.

Der Weg der Wanderung führte schließlich über Hakenrode, wo sich die Wanderer auch das Flurstück „Im Brautsiek“ anschauten. An dieser früher sehr sumpfigen Stelle befand sich die Wasserstelle für Hakenrode. Ihren Namen soll die Stelle erhalten haben, nachdem hier eine Braut vor ihrer Hochzeit hin geflüchtet war und versank. Über den Papenkamp – ein ehemaliges Waldgebiet oberhalb von Wallensen – kam die Gruppe schließlich über die Straße „Über dem Hagen“ wieder in den Ort. Der Straßenname geht zurück auf die ehemalige Siedlung Altenhagen oder Auhagen, die auch wüst wurde. Bei der abschließenden Kaffeetafel nach zwei Stunden Rundgang erklärte Meier den begeisterten Wanderern, dass der nächste Rundgang sich vielleicht um das Thema Brauereirechte in Wallensen drehen könnte.gök



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