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Woran das Herz hängt

Zu: „‚Depressive Stimmung‘ in der Kirche“, vom 21. September

veröffentlicht am 10.10.2019 um 16:14 Uhr

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Den evangelischen Gemeinden mögen „die Mitglieder weglaufen“, aber nicht, „weil die Gottesdienste zu altbacken sind“. So, wie sie sind, sind sie im Wesentlichen schon lange, und doch erinnere ich mich an Zeiten, da musste man früh genug vor 10 Uhr kommen, um einen Sitzplatz zu finden.

„Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“, heißt es bei Martin Luther. Und das Herz hängt immer weniger an dem, der im Gottesdienst in der Mitte steht. Daran ändern „andere Uhrzeiten am Sonntag, mehr Rock- und Soul-Musik“ und was auch immer höchstens kurzzeitig etwas, weil es nichts ändert, woran „das Herz hängt“. Aber muss das so bleiben? Den Tanz ums Goldene Kalb gab es schon vor 3000 Jahren, und irgendwann war er ausgetanzt. Ob das nicht wieder so sein kann? Und wird das nicht sogar geahnt und ist nicht Zeichen dafür, dass die Kirchen – mögen sie auch leerer werden – doch „im Dorfe bleiben“ sollen und sich dafür nicht nur die Noch-Mitglieder, sondern auch Ausgetretene einsetzen. In den neuen Bundesländern werden Kirchen von Einwohnern erhalten, von denen die wenigsten noch dazugehören. Wer weiß, vielleicht könnten sie als „eiserne Ration für die Seele“ noch einmal gut sein. Doch denen, die nicht weglaufen und sogar in „die altbackenen Gottesdienste“ kommen, kann gar nicht genug gedankt werden.



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