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Wollsocken im Mittelalter

Zu: „Authentisch bis zum Loch im Strumpf“, vom 10. März

veröffentlicht am 17.03.2014 um 06:00 Uhr

„… und die dicken Wollsocken darunter (haben) große Löcher.

Authentischer geht es wohl nicht.“ Diese vollmundige Schilderung verleitet zu einem kleinen Exkurs: Wie der Artikel mehrfach aussagt, zeigte die sehr gelungene Wochenendveranstaltung in Hamelns Altstadt das Leben des Mittelalters.

So weit, so gut. Jetzt aber kommen in dem Bericht vermeintliche Fakten ins Spiel, die unzutreffend und daher unnötig sind: „Wollsocken im Mittelalter!“ Das Mittelalter begann ungefähr Mitte des 6. Jahrhunderts und endete mit Beginn der Renaissance um 1450. Natürlich gab es zu der Zeit schon Fußbekleidung, die aber war dem Klerus und dem Adel vorbehalten und wurde in allerlei Variationen, die wenig an Strümpfe erinnern, vornehmlich von den Männern getragen.

Dabei kamen auch feine Leder zum Einsatz, nicht aber dicke Wolle. Auch das Stricken war in dieser Zeit den sogenannten höheren Ständen vorbehalten. Erste, grob gestrickte Kleidungsstücke für das gemeine Volk sind Mitte des 15. Jahrhunderts belegt, wobei Strümpfe von den Historikern noch später, im 16. Jahrhundert angesiedelt werden. Bis dahin waren eher Fußlappen „Mode“.

Roland Marz, Hameln



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