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Wo Zugvögel auftanken

veröffentlicht am 09.11.2009 um 18:24 Uhr
aktualisiert am 10.11.2009 um 12:59 Uhr

vögel

Hameln (fn). Ein Zwischenstopp für Langstreckenflieger: An Töneböns Teichen in Hameln tanken Zugvögel Kraft. „Jetzt sind auch Reiherenten, Tafelenten und Zwergtaucher eingeflogen“, erzählt Michael Fricke, Eigentümer des Restaurants „Seehof“ am Ufer des Teiches. „Die bleiben nun solange hier, bis der Teich zufriert.“

Von ihrer Terrasse und aus den Fenstern ihres „Seehofes“ sind Fricke und seine Frau Jaklin die Ersten, die Neuankömmlinge erblicken. Die anzutreffenden Vogelarten haben sich in den letzten 30 Jahren allerdings verändert – wie auch das Biotop selbst. In den 70er Jahren gab es noch reichlich Schilfpflanzen. Ausgewilderte Hausgänse und auch Graugänse haben diese in Frühjahren abgefressen. Auch die Ausbreitung des Baumbestandes trug zum Verschwinden des Rohres bei. So sind Vogelarten wie Rohrdommel, Pfeifente, Krickente, Zwergschnepfe, Rohrweihe oder der Wendehals kaum oder überhaupt nicht mehr an den Teichen zu sehen. Andere Arten wie Sturmmöwe, Mauersegler oder Eisvogel scheint die veränderte Vegetation zu behagen: Sie sind stärker vertreten als noch vor Jahren.
 Mit der Veränderung des Biotops ist wohl lange noch nicht Schluss. Der Wasserstand der Teiche fiel um fast einen Meter, wohl durch Absinken des Grundwassers. Und abgestorbene Blätter tragen zu einer Verlandung des Sees bei. „Der Schlamm steigt. In 50 bis 80 Jahren könnte es den Teich so nicht mehr geben“, lautet Kammertöns Aussicht zur Zukunft von Töneböns Teichen. Dann werden andere Vogelarten rasten – allerdings in einer Moorlandschaft.

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