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Büttenreden und fröstelnde Jecken kennen wir – aber wie feiert man eigentlich in den Karnevalshochburgen Südeuropas?

Wo statt Kamellen die frischen Orangen fliegen…

Feuerspektakel und Orangenschlacht statt Pappnase, Matrosenkostüm und Tröte: Die Kurzreise in den Karneval muss nicht immer nach Köln, Düsseldorf oder Mainz gehen. Auch im Süden Europas wird gefeiert – und das bei oft milden Temperaturen. Wir stellen acht Faschingshochburgen vor.

veröffentlicht am 12.02.2010 um 23:00 Uhr

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Autor:

Hans-Werner Rodrian

Frankreich: Blumen für Nizza

Ausgelassene 14 Tage lang feiert man an der französischen Côte d‘Azur. Das diesjährige Thema „Der König des blauen Planeten“ steht ganz im Zeichen des Umweltschutzes. Ein Volksfest bleibt der Karneval von Nizza trotzdem: Hunderttausende Gladiolen, Chrysanthemen und Mimosen schmücken die Festwagen auf der Promenade des Anglais. Mit einem gigantischen Feuerwerk endet das Fest – davor aber tritt der „König“ seinen letzten Gang an, er führt ihn traditionsgemäß auf einen Scheiterhaufen am Strand.

Teneriffa: Männer in Stöckelschuhen

Warum nach Rio fliegen – Teneriffa ist nicht weniger phantastisch! Mehrere Monate lang nämlich arbeiten fleißige Hände in Santa Cruz, um Kostüme und Wagen zu schmücken. Los geht’s dann mit der Wahl der Karnevalskönigin. Höhepunkt ist der „Coso“: ein Riesenspektakel von Tanz- und Musikgruppen. In Puerto de la Cruz lacht man am liebsten über den Stöckelschuhlauf: Als Frauen verkleidete Männer müssen einen Parcours bewältigen. Offiziell zu Ende geht der Karneval mit der „Beerdigung der Sardine“ in einem feierlichen Trauerzug am Aschermittwoch. Aber in Wirklichkeit wird noch bis zum darauffolgenden Sonnabend weitergefeiert.

Griechenland: Samba in Patras

Patras heißt Griechenlands Narrenhochburg. Fast 20 000 Patraer schunkeln organisiert in einem Karnevalsverein, beim großen Umzug am Faschingssonntag jubeln Hunderttausende der kilometerlangen Parade zu. An jedem noch so kleinen Platz ertönen Sambaklänge, und Hunderte von Ständen verkaufen Süßigkeiten. 2010 fallen übrigens katholische und orthodoxe Ostern zusammen, so feiert man den Karneval in diesem Jahr in Griechenland gleichzeitig.

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Spanien: Cádiz – Fest auf der Straße

Spät, aber bunt und laut: Die andalusische Stadt Cádiz dreht erst am Sonntag nach Aschermittwoch so richtig auf. Vollgepackt mit Flamencotänzern, Sambagirls und afrikanischen Rhythmusbands rollen die Festwagen durch die Innenstadt, es wird getanzt und gesungen, dass es nur so durch die historischen Gassen hallt. Der Platz vor der Kathedrale bebt, wenn abends die „Cabalgata del humor“ durch die Straßen zieht. Und zum Essen gibt es eine stachelige Spezialität: Seeigel.

Gozo: Der stille Karneval

Auf ganz besondere, fast nachdenkliche Weise wird die närrische Zeit auf der Nachbarinsel Gozo begangen. In der Stadt Nadur, die vor einigen Jahren zur Karnevals-Weltstadt gekürt wurde, findet der sogenannte „stille Karneval“ statt: Obwohl es auch dort genug fröhliches Getöse gibt, ziehen die Teilnehmer, um unerkannt zu bleiben, wortlos und mit gruselig-schrillen Masken und selbst gemachten Kostümen durch die Straßen.

Malta: Karneval der Lebensfreude

Auch in Maltas Hauptstadt Valetta hauen die Narren tief in den Schminktopf. Bei frühlingshaften Temperaturen kann man beim „Karnival ta‘ Malta“ bunte Paraden, farbenfrohe Kostüme und phantasievoll dekorierte Wagen bestaunen. Von früh bis spät wird mit Tanzwettbewerben für Kinder und Erwachsene, Musikparaden und Straßenpartys gefeiert. Beim Grand Festival, das in diesem Jahr zum ersten Mal stattfindet, wird am 21. Februar die Nacht zum Tag gemacht und bis in die Morgenstunden getanzt.

Madeira: Windbeutel und Spaßparade

Schon am 13. Februar schiebt sich der große allegorische Festzug in der Hauptstadt Funchal vom Praça da Autonomia bis zum Praça di Municipio. Die rund 1500 Teilnehmer der närrischen Parade tanzen in prächtigen, farbenfrohen Kostümen zu wilden Sambarhythmen an den ausgelassenen Menschenmengen vorbei. Typische Spezialitäten sind „Malassado“, ein deftiges Eiergericht, und Windbeutel.

Italien: Orangenschlacht in Ivrea

In Köln wirft man mit Kamellen, in Italien mit Orangen. Höhepunkt des Carnevale Storico im 24 000-Einwohner-Städtchen Ivrea bei Turin ist die „Battaglia delle Arance“, die Orangenschlacht. Kostümierte Südfrüchte-Ritter bewerfen sich dabei mit mehreren hundert Tonnen Orangen. Die Tradition geht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Die Orangenschlacht findet in diesem Jahr vom 14. bis zum 16. Februar statt.

Teneriffa: Riesenspektakel mit Sambaklängen. Und im italienischen Ivrea: Tausende Orangen fliegen durch die Luft.



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