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Chemie-Experimentierkasten weckt bei Pestalozzischülern die Neugier auf Naturwissenschaften

Wo schon die Kleinen zu Forschern werden

Hameln (ut). „Warum das Spülmittel auf einmal lila wird, wenn ich Rotkohlsaft hinzufüge? Das ist schwer, so was zu erklären“, überlegt Luis, der gerade dabei ist, drei Tropfen Rotkohlsaft aus einer Plastikflasche in das Reagenzglas zu tropfen, das vor ihm in einer Halterung steht. Ausgestattet mit Kittel und Laborutensilien sieht er zwar aus wie ein kleiner Chemiker, die Antwort auf die Frage nach dem Säure-Basen-Versuch bedarf allerdings noch der Überlegung. Luis ist Grundschüler an der Pestalozzischule in Hameln und führt einen seiner ersten eigenen Chemieversuche durch. Das Material nimmt sich Luis, ebenso wie seine 24 Mitschüler aus dem Chemie-Experimentierkasten, den die Schule im November von der hameln group bekommen hat. Brillen und Kittel, diverse Grundstoffe, Reagenzgläser und Plastikflaschen finden die Grundschüler der Pestalozzischhule darin – alles, was sie für ihre Versuche benötigen.

veröffentlicht am 13.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 23:41 Uhr

Der Experimentierkasten ist seit November im Sachunterricht der Klasse 4a im Einsatz und damit Teil des Projektes „Experimentierkasten – Mein erstes Chemiepraktikum“, das gemeinsam vom Arbeitgeberverband ChemieNord und der Universität Bremen entwickelt wurde. Ziel des Projektes ist es, Schülerinnen und Schüler schon früh für Chemie zu begeistern. Seit zwei Monaten schlüpfen die Mädchen und Jungen nun regelmäßig in ihre Laborkittel, um im Sachkundeunterricht Versuche durchzuführen.

„Diese Chemieversuche aus dem Experimentierkasten werden mit Haushaltsmitteln durchgeführt, denn die kennen die Kinder aus ihrem Alltag, und die erleichtern ihnen den Zugang zur Chemie“, erklärt Mark Jung, Lehrer der vierten Klasse an der Pestalozzischule und selbst gelernter Chemielaborant. „Mit dem Experimentierkasten werden die Schülerinnen und Schüler schon früh für Naturwissenschaften begeistert.“

Und dass das gelingt, sieht man den Kindern an. Vertieft in das Mischen von Waschseife, Zitronenlimonade, Entkalker und Fensterreiniger mit Rotkohlsaft, bleibt kein Zweifel daran, dass hier der Funke der Begeisterung für die Chemie übergesprungen ist. So lernen die Schüler spielerisch etwas über Säuren, Basen und neutrale Lösungen. Gruppen von zwei bis vier „Forschern“ blicken konzentriert auf die Reagenzgläser, füllen tröpfchenweise Lösung hinzu und beobachten staunend, wie sich die Stoffe in unterschiedliche Farben einfärben.

„Die meisten Stoffe sind lila geworden“, bemerkt Michele, die konzentriert die Reihe der sieben Reagenzgläser vor sich begutachtet. Eines der Gläser tanzt allerdings aus der Reihe: Es hat eine rote Färbung. Aber auch darauf hat Michele eine Antwort parat: „Ich glaube, die rote Farbe heißt, dass die Zitronenlimonade irgendwas mit Säure zu tun hat“, schlussfolgert sie wie eine Fachfrau.

Womit deutlich wird, dass der Chemie-Experimentierkasten seinem Zweck zumindest nahe kommt. Und das nicht nur für die Schüler der Pestalozzischule – auch die Lehrer der Grundschule kommen auf ihre „Kosten“: Bevor sie den Experimentierkasten in der Schule einsetzen, können sie an einer Schulung der Universität Bremen teilnehmen, um so etwa vorhandene didaktische Hemmungen vor dem Chemieunterricht zu verlieren. „Viele Lehrer haben Berührungsängste, wenn es um chemische Versuche geht. Sie unterrichten dann lieber Biologie im Sachkundeunterricht“, benennt Mark Jung eines der Probleme, das seinen Beitrag zum bestehenden Fachkräftemangel in chemischen Berufen leistet. Und um genau diesen Fachkräftemangel zu umgehen, investiert die hameln group schon frühzeitig in die Arbeitnehmer von Morgen und eben auch in die Schüler der Pestalozzischule. Aus diesem Grund wird das Unternehmen die Schule auch weiter unterstützen und mit den Verbrauchsmaterialien ausstatten, die zum Experimentierkasten gehören.

Bei Luis hat das Experimentieren jedenfalls schon seine ersten Spuren hinterlassen. Er freut sich über die Experimentierkästen der hameln group: „Die sind echt cool und machen voll Spaß“, findet er.

Die Grundschüler der Pestalozzi-Schule sind ganz vertieft in den Säure-Basen-Nachweis.



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