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Wo ist die Vision, etwas anzupacken?

Der sich dem Artikel anschließende Kommentar bringt es auf den Punkt: Nie war die Gelegenheit für Hameln günstiger, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, als dies momentan der Fall ist. Und gleichzeitig ist das Risiko größer denn je, den Anschluss an eine zwangsläufige Entwicklung zu verlieren – und damit eine Chance preiszugeben, sich im regionalen Wettkampf der Kommunen mit dem nötigen Mut für Veränderungen und vor allem zukunftsorientiert in Bezug auf die Verkehrswende zu positionieren.

veröffentlicht am 13.09.2019 um 19:32 Uhr

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Zu: „Verkehrswende im Schneckentempo“, vom 10. September

Ich selbst stamme aus Münster, bin insofern anders mit dem Fahrrad aufgewachsen. Ich lebe seit 13 Jahren in Hameln, fahre über 3000 Kilometer pro Jahr mit dem Rad auf Hamelner Stadtgebiet und weiß demzufolge, wovon ich spreche. Wenn ich morgens an der aus zu 95 Prozent mit einer Person besetzten Autos bestehenden Blechlawine auf der Münsterbrücke vorbeifahre und anschließend versuche, es lebend über die Kaiserstraße zu schaffen – wo mir eine sich auflösende gestrichelte Linie tapfer Schutz gewährt –, frage ich mich mit wachsender Verzweiflung, ob das denn bis in alle Ewigkeit so weitergehen soll. Wo ist die Vision, etwas anzupacken? Wo ist die Motivation, sich ein Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten und gegebenenfalls als Vorbild für andere Kommunen zu dienen, anstatt immerzu auf freiwilliges Umdenken des Bürgers zu pochen?

Gerade weil Hameln immer noch eine komplett auf die Befriedigung der Bedürfnisse des Autoverkehrs ausgerichtete Stadt ist, ist das Potenzial riesengroß. Hameln ist zudem überschaubar, was eine ganzheitliche Planung erheblich vereinfacht – und die Fördertöpfe stehen bereit. Doch bis auf etwas rote Farbe auf der einen oder anderen Straße, der Ausweisung von ein paar hundert Metern Fahrradstraße und der Nachrüstung einiger neuralgischer Punkte mit Schildern, Pfeilen und Ampeln, die jeden Fahrradfahrer in den Wahnsinn treiben – beispielsweise an der Rattenfängerhalle –, ist nicht viel passiert.



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