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Zum Weltdiabetestag: Im Kindergarten wird spielerischüber eine Volkskrankheit informiert

Wo Gesund Heit gegen Werd Dick kämpft

Rinteln (rnk). Nach vielen, vielen Wochen auf dem Totenkopfmeer, als alle Hoffnung längst verloren ist, da entdeckten die Piraten doch noch ein kleines Eiland, an dem sie landen und ihre Vorräte auffüllen können. Und einen Schatz finden sie auch noch: Paprika, Wurzeln, Tomaten. Doch der Schatz ist bewacht. Gesund Heit heißt der Wächter, der aber ganz freundlich ist und mit den Piraten teilt. Und als der böse, böse, böse Werd Dick kommt und ihnen als Tausch Süßigkeiten und Bonbons anbietet, da rufen 23 Kinder lauthals: "Nein."

veröffentlicht am 13.11.2008 um 00:00 Uhr

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Der Hintergrund des kindgerechten Schauspiels im Comenius-Kindergarten ist ein ernster: Morgen, am 14. November ist Weltdiabetestag, im Mittelpunkt der bundesweiten Aktion des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe stehen dieses Jahr Kinder und Jugendliche. Es gibt zwei Formen der Diabetes: Der sogenannte Typ 1 - früher "jugendlicher Zucker" genannt - und den Typ 2, einst als "Alterszucker" bezeichnet. Dieser Alterszucker tritt heute in immer früherem Lebensalter auf. Selbst bei Kindern und Jugendlichen gibt es ihn schon in wachsendem Maße. "Dieser Form der Diabetes", sagt Dagmar Tetau, "kann man aber durch gesunde Ernährung und Bewegung entgegenwirken." Tetau ist Diabetes- und Diätassistentin und führt die Aufklärungsaktion für den Verband im Comenius-Kindergarten durch; insgesamt nehmen bundesweit 134 Kindergärten teil. Auch Kleinkinder und Babys sind von dieser noch immer unheilbaren Krankheit betroffen. Tägliche Blutzuckermessungen, Insulinspritzen und die Berechnung der Kohlenhydrate werden trotz rasanter Entwicklungen in Forschung und Technik noch lange zum Diabetes-Alltag gehören. Junge Diabetiker können heute ein nahezu "normales" Leben führen. Wichtig ist, dass sie selbst, aber auch Eltern, Lehrer, Betreuer und andere Menschen aus dem Umfeld von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes umfassend über die Stoffwechselstörung informiert sind. Denn je mehr Menschen mit der Diabetes-Therapie vertraut sind, umso größer ist die Entlastung für die Familie. Dagmar Tetau ist Diabetes- und Diätassistentin, aber wie erklärt man den drei- bis fünfjährigen Kindern, was man in diesem Beruf macht? Ganz einfach: "Ich bin die Schule für Menschen, die Kochen lernen", sagt Tetau und lässt die Kinder erst einmal Gemüse schälen, Äpfel teilen und Kohlrabi zerkleinern. Die Kinder werden aktiv einbezogen, altersgerecht wird über Diabetes und die Vermeidung, aber auch über den Umgang mit der Krankheit gesprochen. Natürlich steht die gesunde Ernährung und die Bewegung und deren Bedeutung für die Gesundheit im Mittelpunkt.

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