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Möllenbecker Erntefest deckt alle Anlässe ab / Dorfjugend und ältere Generation feiern gemeinsam

Wo der Weihnachtsmann die Milchkuh trifft

Möllenbeck (who). Bislang haben die Möllenbecker immer bewiesen, dass sich mit ihrem Erntefest auch eine große Portion vom Rheinischen Straßenkarneval verbinden lässt. Großes Beispiel im vergangenen Jahr war das Mega-Historienspektakel aus Anlass der 1111-Jahr-Feier des Klosters. Und gestern Nachmittag haben die Gaudi-Spezis aus dem Klosterdorf wieder eins draufgesetzt und etliche weitere Komponenten in ihren Volksfest-Cocktail gemischt.

veröffentlicht am 29.09.2008 um 00:00 Uhr

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Dass zurzeit die Oktoberfeste ihren Niederschlag im Umzug mit den 14 Themenwagen gefunden haben, liegt nahe. Deshalb waren sich die feschen Mädchen im Dirndl-Look des Beifalls der anderen Umzugsteilnehmer und der Zuschauer am Straßenrand sicher. Nicht zuletzt, weil auch der fast weißblaue Himmel den Vergleich mit den Oktoberfesten südlich des Weißwurst-Äquators nahelegte, sinnierte ein Wesertal-Eingeborener fast ein wenig neidisch: "Die Möllenbecker haben einfach immer Glück mit dem Wetter; die müssen wohl wirklich einen guten Draht nach oben haben..." Wenig verwunderlich deshalb, dass sich die Dorfjugend mit ihrem Wagen noch mehr aus dem Fenster gehängt hatte. Die nachrückende Generation in roten Zipfelmützen und Weihnachtsmann-Kostümen wollte es wirklich wissen und war mit dem Anspruch angetreten, gleich noch die bevorstehende Weihnachtszeit ans Erntefest anzuknüpfen. Mit Schneewittchen und den Sieben Zwergen samt Prinz zum Wachküssen der schwarzhaarigen Dauerschläferin waren die Dienstag-Gymnastikfrauen vom SC Schwalbe dicht am Thema und haben auch noch die Verbindung zwischen Märchenwelt und Erntefest geschafft. Auch Bewährtes vom Vorjahr war für den aufmerksamen Beobachter im Umzug zu entdecken. So die geschickt integrierte Zapfanlage hinten am Wagen der Straßengemeinschaft Neue Straße. Der neue Wagen der Siedler blieb allerdings auch nahe beim Thema unter der Überschrift: "Steht im Oktober noch das Korn, isses wohl vergessen wor'n." Die schwarz-rot-goldene Kuh auf der Frontlader-Schaufel, die an den Milchstreik der Bauern erinnerte, konnte dabei auf zahlreiche Verbündete zählen, allesamt mit ordentlichen Hörnern am Kopf. In Möllenbeck geht zusammen, was zusammengehört, auch wenn die Geschmäcker verschieden sind. So der Gesamteindruck beim Festumzug mit seinen unterschiedlichen Facetten. Es kommt nur auf den guten Willen und gegenseitiges Verständnis und das richtige Gefühl fürs Arrangement an, zeigte sich. Beispiel: Laute Disco-Töne und wummernde Bässe vom Wagen der Dorfjugend beißen sich nicht mit den Vorstellungen der älteren Generation, wenn man's richtig macht. Wohl deshalb hatten die Organisatoren genügend Abstand zwischen den rollenden Discos im hinteren Teil des Zuges und dem Wagen der Polyhymnia-Sänger einkalkuliert. Letzterer war übrigens mit riesigen Mosaik-Bildern aus unzähligen Weizenkörnern dekoriert. "Haben wir selber alles von Hand aufgeklebt,", scherzte einer der Sangesbrüder, bevor er sich nach dem kurzen Stopp der Karawane zum Bewundern der Werke der Besatzungen wieder auf seinen Wagen schwang. Bildergalerie: Mehr Impressionen vom Erntefest im Internet unter www.schaumburger-zeitung.de.

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