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Letzte Worte vor dem Eilser Rat / Rückblick auf Pionierjahre

Wischnat sagt Tschüss: "Für mich war's eine schöne Zeit"

Eilsen (tw). Letzter Auftritt von Heinz Wischnat vor dem Samtgemeinderat: Bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums im Haus des Gastes hat der - scheidende - Samtgemeindebürgermeister die Gunst der Stunde genutzt, nach 32 Jahren an der Spitze des Rathauses ein persönliches Fazit zu ziehen.

veröffentlicht am 28.10.2006 um 00:00 Uhr

"Ich habe mehr als die Hälfte meines Lebens in Eilsen verbracht. Für mich war's eine schöne Zeit - ob sie erfolgreich war, mögen andere entscheiden", so Wischnat. Der Verwaltungschef erinnerte die Politiker vor allem an die "Pionierjahre": "Eilsen hatte Mitte der 70er keine hauptamtliche Verwaltung, dafür aber eine Menge Finanzprobleme." Probleme, die im Zuge der Gemeindereform im engen Schulterschluss mit dem Rat, den Gemeinden, aber auch den Mitarbeitern im Rathaus bewältigt worden seien. Er, Wischnat selbst, schätze sich glücklich, dass er an dem "Jahrhundertwerk" habe mitwirken dürfen. "Schade nur", so der Eilser Bürgermeister, "dass Schaumburg in diesem Zuge Hessisch Oldendorf und die Seeprovinz verloren hat". Schwamm drüber. Worauf Wischnat über all die Jahrzehnte hinweg besonders stolz ist: "Für 99 Prozent aller Beschlüsse, die wir gefasst haben, hat es nur einer einzigen Sitzung bedurft." Das sei ein Zeichen dafür, dass der von ihm geführte Personalkörper - obwohl "schlank" - die entsprechenden Entscheidungen gut vorbereitet habe. Wischnat: "In meiner Amtszeit hat es überdies nur ganz wenige heftige Auseinandersetzungen in Sachproblemen gegeben, die aber nie ins Persönliche übergegriffen haben." Seine eigene Devise als Chef im Rathaus sei immer gewesen: "Den Menschen die Wahrheit sagen, selbst wenn ich damit auch schmerzliche Erfahrungen machen musste." Am Ende hätten die Bürger ihm diese Offenheit aber meist gedankt. Letztes Wort von Wischnat an den Rat: "Ich wünsche mir, dass die Bürger auch in Zukunft Vertrauen zu den Mitarbeitern des Rathauses haben." Und an seinen Nachfolger Bernd Schönemann gewandt, der das Amt zum 1. November übernimmt: "Sie müssen ihr Anwalt sein!"

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