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Heimische Unternehmen verzeichnen im ersten Quartal wieder mehr Auftragszugänge

Wirtschaft sieht zartes Licht am Tunnel-Ende

Hameln-Pyrmont (HW). Das erste Quartal im Krisenjahr 2010 neigt sich dem Ende, und für viele überregional agierende heimische Unternehmen ist ein zartes Licht am Ende des (Konjunktur-) Tunnels sichtbar. Verhaltener Optimismus macht sich breit, weil die Auftragslage peu à peu zunimmt. Davon profitiert auch der Einzelhandel vor Ort. „Die Krise ist bei uns noch nicht spürbar angekommen. Das liegt darin begründet, dass viele Unternehmen über die Kurzarbeit ihre Mitarbeiter gehalten und nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen haben“, sagt Holger Wellner, Vorsitzender des Hamelner Einzelhandelsverbandes.

veröffentlicht am 29.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Hameln-Pyrmont (HW). Das erste Quartal im Krisenjahr 2010 neigt sich dem Ende, und für viele überregional agierende heimische Unternehmen ist ein zartes Licht am Ende des (Konjunktur-) Tunnels sichtbar. Verhaltener Optimismus macht sich breit, weil die Auftragslage peu à peu zunimmt. Davon profitiert auch der Einzelhandel vor Ort. „Die Krise ist bei uns noch nicht spürbar angekommen. Das liegt darin begründet, dass viele Unternehmen über die Kurzarbeit ihre Mitarbeiter gehalten und nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen haben“, sagt Holger Wellner, Vorsitzender des Hamelner Einzelhandelsverbandes. Zwar hätten einige Branchen wegen des langen Winters Nachholbedarf, doch die jetzt milderen Temperaturen sorgten nun für stärkeren Konsum.

Der Großauftrag aus China, der bei der Firma Lenze im April zum Aussetzen der Kurzarbeit führt, ist in der heimischen Region jedoch mehr ein Einzelfall. Wenn-gleich sich auch die Auftragsbücher bei der Aerzener Maschinenfabrik die Auftragsbücher ganz allmählich wieder füllen, hinkt das Unternehmen noch um rund 20 Prozent seinem Erfolgsjahr 2008 hinterher. „Die Auftragseingänge, insbesondere aus dem asiatischen Raum, mehren sich, doch bewegt sich alles nach wie vor auf geringem Niveau. Aber es geht schrittweise nach oben“, sagt Klaus-Hasso Heller, Geschäftsführender Gesellschafter der Aerzener Maschinenfabrik. Deshalb könne auch im April nicht auf Kurzarbeit verzichtet werden. „Das entscheiden wir Monat für Monat. Es ist eine Gratwanderung. Da müssen wir durchkommen.“

Auf Kurzarbeit verzichten kann derzeit ABG Volvo Construction Equipment. „Die Auftragseingänge haben im ersten Quartal massiv zugelegt. Das war im Dezember noch nicht absehbar. Momentan brauchen wir jeden Mitarbeiter“, freut sich Geschäftsführer Udo Heukrodt über gut gefüllte Auftragsbücher, schränkt aber ein: „Wir wissen noch nicht, ob diese Entwicklung nachhaltig ist und haben auch das Niveau von 2008 noch nicht erreicht. Aber wir sind dicht dran und können bis zum dritten Quartal alles gut überblicken.“ Gleichzeitig betont Heukrodt, dass der Verkauf von Volvo-Car nach China nichts mit seinem Unternehmen gemein habe. „Das Einzige, was wir teilen, ist das Logo“, so der Geschäftsführer.

Zwei Neueinstellungen hat es zwischenzeitlich bei der Electronic Wood Systems GmbH gegeben. „Wir verzeichnen Zuwächse aus Brasilien, Russland und den USA, ohne jedoch unser Ergebnis steigern zu können. Für 2010 haben wir uns zehn Prozent zum Ziel gesetzt, und es sieht derzeit so aus, dass wir dahin kommen können,“ berichtet Seniorchef Hans-Peter Kleinschmidt, dessen Unternehmen durch die Ablehnung des Förderantrags durch die NBank weit zurückgeworfen worden sei, wie Kleinschmidt betont: „Bislang haben wir aus den Überhängen des Vorjahres unseren Honig gesaugt.“

Einen Rückgang der Kurzarbeit hat auch Ursula Rose, Vorsitzende der Geschäftsführung bei der Agentur für Arbeit in Hameln, beobachtet. „Aber, das ist ein Bauchgefühl, denn offizielle Zahlen liegen uns noch nicht vor. Doch es gibt etliche Firmen, die die Kurzarbeit aussetzen. Sie beenden sie noch nicht, weil sie sonst neu beantragt werden muss“, beschreibt Rose das Prozedere.

Wenngleich sich auch die Auftragsbücher anderer Unternehmen ganz allmählich wieder füllen, warnt AdU-Vorsitzender Ulrich Meyer vor zu viel Euphorie: „Die wirtschaftliche Situation unserer Mitgliedsunternehmen ist seit vergangenem November nahezu unverändert. Auch die positiv gehaltene mediale Berichterstattung kann nicht davon ablenken, dass die prozentualen Zuwächse, die zu vermelden sind, von einem sehr, sehr niedrigen Basisniveau berechnet werden. Man braucht schon einen langen Atem, um diese Phase des erzwungenen Stillstands problemlos durchzustehen.“

Braucht derzeit jeden Mitarbeiter und hat die Kurzarbeit in seinem Betrieb vorerst ausgesetzt: Udo Heukrodt, Geschäftsführer des Hamelner Unternehmens ABG Volvo Construction Equipment. Foto: Dana



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