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Irritationen nach widersprüchlichen Äußerungen aus dem Ministerium / Heute Thema im Stadtrat

Wirrwarr um IGS: Dreizügigkeit in Rinteln?

Rinteln (crs). In das Thema IGS kommt erneut Bewegung - oder doch eher Durcheinander? Vor der Ratssitzung heute Abend gab es für Rinteln einen leisen Hoffnungsschimmer, vielleicht doch zum nächsten Sommer eine IGS einrichten zu können. Auslöser dafür war ein Vier-Augen-Gespräch des CDU-Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer mit Peter Uhlig, Staatssekretär im Kultusministerium. Dabei habe Uhlig die Möglichkeit einer zweigeteilten IGS Rinteln-Obernkirchen mit drei Klassen an jedem Standort ins Gespräch gebracht, sagt Deppmeyer gegenüber unserer Zeitung. Nach Informationen des Landkreises allerdings - auch Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier hat mit Uhlig telefoniert - bestreitet der Staatssekretär die Genehmigungsfähigkeit dieser Lösung.

veröffentlicht am 25.09.2008 um 00:00 Uhr

Bereits in der vergangenen Woche waren Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, die CDU-Vertreter Ulrich Goebel, Günther Maack und Veit Rauch sowie Paul-Egon Mense für die FDP mit Deppmeyer nach Hannover gefahren - um auch nach dem Ja des Landes zu den Gesamtschulen in Obernkirchen, Helpsen und Rodenberg für die IGS Rinteln zu werben. "Viel Hoffnung wurde uns aber nicht gemacht", bilanziert CDU-Fraktionschef Ulrich Goebel das Gespräch mit Staatssekretär Uhlig, "vielleicht ab 2011 könnte es klappen." Am Ziel einer IGS zum schnellstmöglichen Zeitpunkt hält Rintelns CDU aber fest - auch nach einem Gespräch des CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Gunter Feuerbach mit dem Rintelner Fraktionsvorstand. Auch Bürgermeister Buchholz bewertet das Gespräch in Hannover als "ernüchternd" und ohne neue Perspektiven. Umso überraschender die Nachricht, die Deppmeyer nach einem erneuten Gespräch mit Uhlig am Montag der CDU-Ratsfraktion überbrachte: Auf gezielte Nachfrage habe Uhlig die Option einer Dreizügigkeit für Rinteln ins Gespräch gebracht. So könne in Rinteln und Obernkirchen eine gemeinsame IGS eingerichtetwerden, mit je drei Klassen an jedem Standort, schildert Deppmeyer das Gespräch mit Uhlig: "Das hat er unbestreitbar gesagt." Und das habe Uhlig auch dem Bürgermeister telefonisch bestätigt. Buchholz hatte das persönliche Gespräch mit Uhlig gleich am Dienstagmorgen gesucht, auch aus einer gewissen Skepsis heraus: "Schließlich hatten wir ein paar Tage vorher noch etwas ganz anderes gehört." Uhlig aber habe ihm die Genehmigungsfähigkeit der doppelten Dreizügigkeit ausdrücklich bestätigt, so Buchholz - mehr noch: Auch seine Frage, ob bei entsprechenden Anmeldezahlen auch vier Züge in Rinteln genehmigungsfähig seien, habe Uhlig bejaht, "ebenso die Möglichkeit einer Genehmigung zum 1. August 2009". Etwas ganz anderes hat der Landkreis aus dem Kultusministerium vernommen: Gegenüber Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier hat Uhlig sich dahingehend geäußert, die doppelte Dreizügigkeit sei eine theoretische Option, aber "nicht genehmigungsfähig". Wie dieser abrupte Stimmungswandel im Kultusministerium vor sich gegangen sein mag, ist Buchholz ein Rätsel. Auch wenn eineIGS an zwei Standorten aus pädagogischer Sicht nicht ganz einfach zu führen sei, bedauert er das Zurückrudern aus dem Ministerium: "Es wäre ein guter Einstieg für beide gewesen." Vor Schöttelndreier - und von diesem informiert - hatte bereits Feuerbach mit Uhlig telefoniert. Er habe lediglich wissen wollen, was der Staatssekretär dem Bürgermeister mitgeteilt habe, erklärt der Kreistagsfraktionschef zum Grund seines Anrufs. Feuerbach hat Uhlig so verstanden, dass eine Genehmigung der dreizügigen Variante "schwierig" sei - das heißt nicht, dass sie ausgeschlossen ist. Für eine klärende Stellungnahme unserer Zeitung gegenüber war Uhlig gestern allerdings nicht zu erreichen. Mehr zum Thema IGS auf den Seiten 15 und 23.

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