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Umleitung der Autobahn führt inzwischen auch durch Straßen der Nordstadt

Wird es zu eng für Lkw, fliegen die Rückspiegel bis in die Vorgärten

Todenmann (who). Nicht nur das Auetal leidet unter den Dauerstaus auf der Autobahn und dem damit verbundenen Verdrängungsverkehr. Auch in der Rintelner Nordstadt hat man zeitweise das Gefühl, hier rausche der gesamte Verkehr nach Hannover durch. Denn offensichtlich jeder, der sein GPS (Global Positioning System) im Auto bedienen kann, sucht sich auf eigene Faust einen Schleichweg - und wenn der mitten durch die Wohngebiete geht. Folge: Chaos oft bis in kleinste Anliegerstraßen.

veröffentlicht am 02.06.2007 um 00:00 Uhr

Fast jeden Tag der gleiche Anblick: Stau von A 2-Flüchtern.

Früher haben die Anwohner an der Dankerser Straße in der abgeschiedenen Randlage zwischen Gut Dankersen und der nahen Landesgrenze bei Fülme ein ruhiges Leben geführt. Damit ist es längst vorbei, erzählt Dieter Bolz aus leidvoller Erfahrung: "Ich weiß, dass es zurzeit für die Leute an der Konrad-Adenauer-Straße, in Steinbergen und im Auetal noch viel schlimmer ist, aber uns hier macht die zusätzliche Verkehrsbelastung inzwischen ernsthaft zu schaffen." Noch in bester Erinnerung sei ihm das Pfingstwochenende: Die Staus am Freitagabend reichten von der Weserbrücke bis nach Fülme. Ein frustrierter Lkw-Fahrer in der Staukolonne habe ihm erzählt: "Von der Abfahrt Veltheim bis hierher habe ich über 40 Minuten gebraucht. Das dauert sonst sieben." "Man sieht es schon an den ungewohnten Nummernschildern, die meisten, die hier vorbei fahren, haben hier eigentlich nichts suchen", beobachtet Dieter Bolz inzwischen so gut wie jeden Tag und vermutet, dass außer den Stauflüchtlingen auch immer mehr Mautsparer den Verkehrsstrom auf der Dankerser Straße verstärken. Weil die schmale Fahrbahn für so viel Durchgangsverkehr nicht ausgelegt ist, kommen sich die Brummis nicht selten so nahe, dass sich die Außenspiegel berühren und abbrechen. Bolz: "Spiegel und Teile davon findet man nicht nur im Straßengraben und auf der Fahrbahn, die lagen sogar schon in unserem Garten." Und wie eng es manchmal wird, zeigen auch die tiefen Abdrücke von Zwillingsreifen im Randstreifen vor seinem Grundstück. Das hat auch Konsequenzen für das Familienleben: "Wir lassen unsere Enkelkinder nicht mehr allein an der Straße entlang gehen oder fahren, weil das viel zu gefährlich ist", so Bolz. Jüngst habe er eine entnervte Radfahrerin für eine Verschnaufpause auf sein Grundstück in Sicherheit gebracht, nachdem sie zuvor wiederholt wegen der endlosen Lkw-Kolonnen vom Rad gestiegen war. Bolz hat längst Schallschutzfenster an der Straßenseite. Doch trotz aller Schutzmaßnahmen und der Verlegung der Schlafräume weg von der Straße, bleibe die Lärmbelastung hoch. Vor allem nachts, wenn die Lkw vorbeidonnern, vorzugsweise schubweise. "Das nervt, inzwischen sind wir schon seelisch etwas angeschlagen..." Ein Patentrezept weiß er auch nicht, wundert sich nur, dass bisher hier keine schweren Unfälle passiert sind. Vor allem in der scharfen Kurve bei Gut Dankersen. "Da werden die Lkw wahrscheinlich wegen der Fliehkräfte immer wieder über die Straßenmitte hinaus gedrückt." Oder auf dem Bahnübergang, der zu schmal sei für zwei Lkw, die sich begegnen.



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