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Helmhold: Gigantische Abraumhalden durch Kaliabbau / 60 Kilometer lange Pipeline geplant

Wird die Weser wieder Abflusswasser für Salze?

Rinteln. Alarmiert von Berichtenüber geplante Salzeinleitungen in die Werra hatte sich die Rintelner Abgeordnete und stellvertretretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Niedersächsischen Landtag, Ursula Helmhold, mit einer Anfrage an die Landesregierung gewandt. Die Firma K+S plant, über eine sechzig Kilometer lange Pipeline Salzlauge in die Werra einzuleiten.

veröffentlicht am 18.11.2006 um 00:00 Uhr

U. Helmhold

Als "Bankrotterklärung" bezeichnet Helmhold die Antwort der Landesregierung. Laut Umweltministerium sei Niedersachsen erst im Juni von Hessen über diese Pläne informiert worden, obwohl bereits am 1. Februar der Scopingtermin zum Bau der Pipeline stattgefunden habe. Da es sich um ein bergrechtliches Verfahren zumBau einer Pipeline handele, und nicht neu über die Menge der Salzeinleitung entschieden werde, sei eine Beteiligung der Nachbarländer nicht erforderlich, so das Umweltministerium. "Jetzt ,bittet' Niedersachsen lediglich um Beteiligung beim Fortgang des Verfahrens", wundert sich Helmhold: "Hier geht es um elementare Belange der Weseranrainer. Wenn die Pipeline erst einmal gebaut ist, ist damit die Versalzung der Weser für die Zukunft festgeschrieben und jede Aussicht auf eine saubere Weser vorerst gestorben." Über hundert Jahre rücksichtslos betriebener Kaliabbau haben zu gigantischen Abraumhalden geführt. Selbst wenn der Kaliabbau sofort gestoppt würde, würden die salzbelasteten Abwässer der Halden noch über die nächsten Jahrhunderte weiter in Werra und Weser fließen. Deshalb müssten andere Lösungen gefunden werden, um die Abwässer zurückzuhalten, zu vermindern oder zu beseitigen. Die Billiglösung, Werra und Weser weiter als Abwasserkanal zu benutzen, sei nicht akzeptabel, so Helmhold.

Patrouillenfahrt des Technischen Hilfswerks: Seit der Wiedervere
  • Patrouillenfahrt des Technischen Hilfswerks: Seit der Wiedervereinigung und damit dem Ende des Kaliabbaus in der DDR ist die Weser ein (fast) sauberer Fluss geworden. Foto: tol

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