weather-image
29°
80 Jahre Landfrauenschule: Ehemalige Schülerinnen und Lehrer feiern ein Wiedersehen

"Wir wurden hier zu emanzipierten Frauen"

Bückeburg (mig). Eine Reise in die Vergangenheit: Zum 80. Jubiläum der ehemaligen Landfrauenschule haben sich am Wochenende rund 220 Absolventen in denr alten Räumlichkeiten getroffen.

veröffentlicht am 03.06.2008 um 00:00 Uhr

Tolles Wetter, tolles Ambiente: 220 Absolventen treffen sich an

Das Interesse an dem vom Verein ehemaliger Schülerinnen ausgerichteten Treffen war riesengroß - 50 Personen musste abgesagt werden. Ein Mitglied des aktuell 620 Köpfe zählenden Vereins reiste sogar aus der Schweiz nach Bückeburg; aus Namibia kamen Grüße von Meike Würriehausen. "Die Landfrauenschule hat eine lange Geschichte", sagte Elke Kracke, eine der drei Vorsitzenden des Vereins, zu Beginn der Veranstaltung. Gegründet wurde die ehemalige Landfrauenschule 1928 als Haushaltungsschule vom landwirtschaftlichen Hauptverein von Schaumburg-Lippe in Jetenburg, ein Jahr bevor Jetenburg nach Bückeburg eingemeindet wurde. 1937 erfolgte die Umbenennung in Landfrauenschule, zwischenzeitlich hatte die Schule ihren Standort an der Georgstraße, ehe sie nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 mit der Webschule zur Landfrauen- und Webschule Bückeburg zusammengelegt wurde. 1976 übernahm der Landkreis die Trägerschaft, in den 90er Jahren zogen mit den Fluggerätemechanikern erstmals junge Männer in die Räume ein. Heute sind viele der ehemaligen Schülerinnen in Großküchen, als Hauswirtschaftsleiterinnen, Wirtschafterinnen oder Dorfhelferinnen tätig. Anschließend begrüßte Thomas Fiedler (BBS Rinteln) unter anderem Elisabeth Brammer, die vor zwei Jahren nach 42 Jahren Dienst verabschiedet worden war, und ihre Nachfolgerin Marianne Vedder. "Wir haben weiterhin Menschen, die mit Empfindung für die Vergangenheit die Schule für die Zukunft rüsten", sagte Fiedler und wünschte den Teilnehmern eine "Auffrischung der Erinnerungen und der Kontakte". "Es ist mir eine große Freude, sie wiederzusehen", begrüßte dann die ehemalige Schulleiterin Senta Taege die Teilnehmer. In einer kurzen Rede erinnerte Taege an die "praktische Vorbereitung auf den Beruf" und die Vermittlung sozialer Kompetenz, die heute so verlangt werde. "Ich habe während meiner Zeit versucht, die traditionsbewusste Schule den Bedürfnissen der Zeit nahezubringen", sagte sie. Man habe nicht einfach weiter machen können wie bisher, "man musste sich an dem orientieren, was heute gefragt ist." Nach den Grußworten konnten sich die Teilnehmerinnen dann beim Essen stärken oder im Freien miteinander alte Schulgeschichten austauschen. Für Heiterkeit sorgten Auszüge aus der alten Schulordnung (von 1982): "An den Werktagen werden die Häuser um 21.30 Uhr abgeschlossen." Martina Lohmann: "Manche, die später kamen, sind dann durch die Fenster gekommen." Elke Schoof (Jahrgang 1960) nutzte die Zeit, um in den alten Büchern der ehemaligen Landfrauenschule zu stöbern: "Ich bin das erste Mal wieder hier, es ist alles so wie früher." Gern erinnert sich die Ehemalige an den ersten Advent, der in der Schule gefeiert wurde. "Wir waren erst etwas traurig, dass wir hierbleiben mussten. Dann aber kamen die Lehrerinnen morgens an unsere Betten und haben uns etwas vorgesungen." Die Zeit in der Schule habe sie geprägt, erzählt Schoof. "Wir wurden hier zu emanzipierten Frauen."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare