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Vor Gericht: Jugendlicher Schläger (19) muss für ein Jahr hinter Gitter

"Wir wollen nachts sicher durch die Straßen von Rinteln gehen"

Rinteln (maf). Nach einer Serie von Schlägereien muss ein 19-jähriger Rintelner nun hinter Gitter: Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost verhängte gegen den Arbeitslosen eine Jugendstrafe von einem Jahr und ahndete damit seine Beteiligung an insgesamt drei gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzungen.

veröffentlicht am 07.10.2006 um 00:00 Uhr

Neben zwei Prügeleien in der Innenstadt bezog das Gericht eine Verurteilung aus dem Jahr 2004 in die Entscheidung ein, als der Rintelner schon einmal bei einer tätlichen Auseinandersetzung mitgemischt hatte. Zwei mitangeklagte 18 und 20 Jahre alte Arbeiter, die ebenfalls an einer Innenstadt-Prügelei beteiligt waren, belegte das Jugendschöffengericht mit je sechsmonatigen Bewährungsstrafen. Die beiden letzten Fälle: Im Mai 2005 gingen zwei Schüler kurz nach Mitternacht durch die Brennerstraße und begegneten den 18 und 19 Jahre alten Angeklagten. Diese baten die Schüler vergeblich um eine Zigarette und liehen sich dann ein Feuerzeug aus, das sie nicht zurückgeben wollten. Es entwickelte sich ein Wortgefecht, der 18-Jährige langte gleich zu und schlug einem der Schüler die Brille aus dem Gesicht. Als sein Freund ihm zu Hilfe kommen wollte, wurde er von dem anderen Täter attackiert. Danach schlugen die beiden Angeklagten gemeinsam auf den zuerst Angegriffenen ein, der sich dabei einen Nasenbeinbruch zuzog undärztlich behandelt werden musste. Eine weitere blutige Auseinandersetzung ereignete sich acht Monate später in einem Jugendzentrum. Nachdem er 14 Tage zuvor von einem jungen Mann heftig verprügelt worden sein soll, wie er dem Gericht schilderte, wollte sich der arbeitslose Rintelner rächen. An einem Januarnachmittag tauchte er mit einem 20-jährigen Arbeiter im Spieleraum des Jugendzentrums auf. Gemeinsam stürzten sich die beiden auf einen jungen Mann. Der Angegriffene konnte sich losreißen, schnappte sich einen Billardstock und schlug zurück. Wenig später brach das aus Mund und Nase blutende Opfer aber zusammen und musste im Krankenhaus behandelt werden. "Selbstjustiz werden wir hier auf gar keinen Fall dulden", kommentierte Richter Rost diesen Vorfall. Und zur ersten Schlägerei in der Brennerstraße sagte er: "Wir wollen nachts sicher durch die Straßen von Rinteln gehen."

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