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Abiturienten am Ernestinum setzen sich mit einem Urwelt-Mammutbaum ihr Denkmal

"Wir wollen etwas für die Ewigkeit stiften!"

Rinteln (cok). Man muss schon ein recht gutes Verhältnis zu seiner Schule haben, wenn man, wie die diesjährigen Abiturienten am Ernestinum, vier Stunden lang im strömenden Regen einen Baum einpflanzt, zur Erinnerung an den Abijahrgang 2007. Die Schüler wählten einen Urwelt-Mammutbaum. "Den kann keiner übersehen", sagt einer. "Der wird bis zu50 Meter hoch!"

veröffentlicht am 30.03.2007 um 00:00 Uhr

Mit einem Trecker und Anhänger wurde der Mammutbaum aus der Exte

Schon jetzt hat der Baum eine Höhe von fünfeinhalb Metern erreicht und war damit eine echte Pflanz-Herausforderung für die 12 Abiturienten aus dem Denkmal-Komitee. "Wir wollten unbedingt etwas Besonderes machen", sagt Schüler Sebastian Berning. "Etwas, das nicht, wie so viele andere Abi-Denkmäler, schon nach ein paar Jahrenverschwindet. Wir wollten etwas für die Ewigkeit!" Da haben sie mit einem Urwelt-Mammutbaum wohl wirklich das Richtige gewählt. Lange dachte man nämlich, dass der aus China stammende Baum nur noch als Versteinerung existiert, bis 1945 lebendige Pflanzen entdeckt wurden, deren Abkömmlinge nun in vielen europäischen Parkanlagen ihre Überlebenskraft beweisen. Der Urwelt-Mammutbaum istübrigens ein Nadelbaum aus der Gattung der Zypressengewächse, und zum Glück nicht zu sehr verwandt mit dem amerikanischen Riesenmammutbaum, dessen Stämme über 10 Meter dick werden, oder dem Küstenmammutbaum, der eine Höhe von mehr als 100 Metern erreichen kann. Sonst hätte Schulleiter Reinhold Lüthen, der über die Pflanzidee hoch erfreut war und auch mit einer Spende zum Gelingen der Aktion beitrug, dann wohl doch ein Veto ausgesprochen. A pro po "Spende": Auch dieÖko-AG der Schule rückte etwas von ihrem Budget heraus, und ohne die Großzügigkeit der Baumschule Wattenberg wäre schon gar nichts gelaufen. Etwa 750 Euro hätte das ausgesuchte Exemplar normalerweise gekostet. Die Wattenbergs rückten es für ein Drittel des Preises heraus und kontrollierten auch noch einmal, ob es richtig mit Stricken gesichert ist und nun gut anwachsen kann. Die fleißigen Pflanzer ließen sich durch stundenlangen Schneeregen nicht in ihrer Arbeit stören. "Och, das können die ab", meinte Hausmeister Marc Seifert. "Und für den Baum ist das nur gut, wenn die Erde so von Wasser durchtränkt ist." Mit beidem hatte er recht, auch wenn er später doch schlucken musste, als er sah, wie sehr die Erde im Schulgarten durch die Pflanzerei aufgewühlt worden war. "Das haben wir aber alles wieder in Ordnung gebracht", betont Sebastian Berning. Die Tafel mit den Namen sämtlicher Abiturienten des Jahrgangs 2007, die muss noch ein bisschen warten, bevor sie ihren Platz am Baum erhält.

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