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20 Jahre Martin-Luther-Bund in Schaumburg-Lippe / Enge Beziehungen nach Rumänien / "Diaspora-Tag" geplant

"Wir wollen, dass das Diasporawerk Flügel bekommt"

Bückeburg (mig). Von den Hilfsgütertransporten nach Siebenbürgen hat wohl jeder schon mal gehört, den "Martin-Luther-Bund in Schaumburg-Lippe" (MLB) kennen trotzdem nur wenige. Das soll sich ändern: Anlässlich einer Feier zum 20-jährigen Bestehen der Schaumburger Sektion, kündigte der Vorsitzende Reinhard Zoske für das nächste Jahr einen Diaspora-Tag an und lud die Gemeinde zu einer "Kennenlernreise" nach Siebenbürgen ein.

veröffentlicht am 19.05.2007 um 00:00 Uhr

"Lasse deinen Diener in Frieden fahren, ich habe Bückeburg geseh

"Wir wollen, dass das Diasporawerk Flügel bekommt", betonte Zoske anlässlich eines kleinen Empfangs im Gemeindehaus. Ziel der aktuellen Arbeit des Schaumburger MLB sei es, die vorhandenen Kräfte zu bündeln und das "Schwungrad wieder in Gang zu bringen". Zoske: "Lassen sie sich mitnehmen, auf dass wir einen Freundeskreis auf den Weg bringen." Anschließend hielt der Vorsitzende eine Rückschau auf die Anfänge des MLB in Schaumburg-Lippe. "Am 22. Juni 1987 lud der ehemalige Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, Prof. Dr. Joachim Heubach, zu einer Gründungsversammlung", erzählte Zoske, der vorher die alten Protokolle gewälzt hatte. Prof. Dr. Heubach sei für den MLB ein "wichtiger Mann" gewesen, so Zoske. Als Ehrengast durfte dann Bischof Dr. Christoph Klein, von der Evangelischen Kirche Rumänien, ein Grußwort sprechen. Bischof Klein hatte im Festgottesdienst das Predigtwort gehalten und lobte die gute und langanhaltende Zusammenarbeit mit dem Schaumburger MLB. "Damals gab es nicht nur Pakete, sondern auch Ermutigung", erinnerte sich Dr. Klein an die Zeit vor 1989. Anschließend berichtete der Gast von den Herausforderungen, vor die die Siebenbürger-Sachsen nach der Wende gestellt wurden: "Schon ein halbes Jahr nach meiner Einführung als Bischof, war die Hälfte meiner Gemeinde weg." Weil die deutsche Minderheit sich gegenüber Rumänen und Orthodoxen geöffnet hat, gibt es heute trotzdem ein reges Gemeindeleben. Dr. Klein: "Ich wünsche mir von Herzen, dass die Verbindung unserer beider Kirchen weitergeht." Dieses Anliegen hat auch der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, Jürgen Johannesdotter. Johannesdotter, der den Festgottesdienst ebenfalls mitgestaltet hatte, ergänzte: "Identität lässt sich nicht durch Abgrenzung gewinnen, Ökumene gilt grenzüberschreitend." Seine Wurzeln hat der Martin-Luther-Bund im 19. Jahrhundert. Damals wollte man deutsche Auswanderer in der Diaspora unterstützen; heute reichen die Kontakte bis nach Brasilien, Amerika, Asien und Osteuropa. Der Schaumburger MLB unterhält enge Beziehungen nach Rumänien und hat viele Hilfsgütertransporte dorthin organisiert. Besonderen Wert legen Reinhard Zoske (Stellvertreter: Dr. Michael Winckler, Beisitzer: Josef Kalkusch und Heinz Schultheiß) darauf, dass der MLB Schaumburg kein eigenständiger Verein ist, sondern als Freundeskreis ein Werk der Landeskirche. Im nächsten Jahr soll in Rumänien und in Schaumburg ein Diaspora-Tag veranstaltet werden, außerdem will man 2008 eine "Kennenlern-Reise" nach Siebenbürgen anbieten. Spendenkonto: Landeskirchenkasse, Volksbank in Schaumburg, 50477700 (BLZ 255 914 13).



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