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"Sportler des Jahres" - Teil 4: Die erfolgreichen Tischtennis-Mädchen aus Deckbergen

"Wir wissen, dass jede von uns ihr Bestes gibt"

Deckbergen (cok). "Sport ist doch etwas Wunderbares!" - anders kann man gar nicht denken, wenn man den vier Mädchen begegnet, die zusammen die Tischtennis-Schülermannschaft des SC Deckbergen bilden. Mit unbefangener Spielfreude und wie von selbst vorhandener Energie gewannen sie 2006 ein Turnier nach dem anderen und nahmen schließlich sogar an der Deutschen Meisterschaft teil. "Es war einfach schön!", sagen alle vier.

veröffentlicht am 26.01.2007 um 00:00 Uhr

Das Top-Team mit Fenja Henschel (v.l.), Lena Bredemeier, Julia u

Dass es so schön war, das Jahr 2006, lag natürlich an ihrem Siegeszug durch die Turnierlandschaft, den sie nach dem Gewinn der Bezirks- und Landesmeisterschaft als norddeutsche Vizemeister beendeten, um dann, mit dem 8. Platz bei den Deutschen Meisterschaften, in Rinteln als "Sportler des Jahres" geehrt zu werden. Mindestens genau so aber lag es daran, dass sie ein so harmonisch und in echter Freundschaft aufeinander eingespieltes Team sind, mit Fans, die sie zu den Wettbewerben begleiten und dafür sorgen, dass es auch danach einfach lustig zugeht - wie auf einer Klassenfahrt. Lena Bredemeier, 15 Jahre alt, ruhig und selbstbewusst, spielt im Doppel mit der 13-jährigen Fenja Henschel, die sich auf die Abwehr spezialisiert hat und meistens, was Mädchen eher selten tun, mit großem Abstand vom Tisch die Angriffe der Gegner abwehrt (beim Ausdruck "Gegner" müssen alle Mädchen lachen). Julia Danzinger, 15-jährig, liebt das schnelle, wagemutige Spiel und bildet ein perfektes Paar mit ihrer gelassenen, erst 12-jährigen Schwester Laura. Die beiden spielen außerdem noch begeistert Fußball. Wie kommt es, dass sie so gut sind und in den Wettkämpfen souverän die Ruhe bewahren können? "Man darf nicht lange nachdenken", sagt Laura. "Man muss mit Köpfchen spielen", meint Fenja. "Ach, das geht doch alles automatisch" wirft Lena ein und Julia: "Wenn das man nur so einfach wäre..." Tatsache ist, dass sie alle sehr reaktionsschnell sind, keine Angst vor einem aggressiven Stil haben und doch die Verteidigung nicht vergessen. "Und man darf sich nicht über Fehler aufregen", ergänzt Julia. "Dann freut sich nämlich der ?Gegner'". Wut,Ärger oder gar das Bedürfnis, zu schreien und den Schläger auf den Boden zu knallen wenn mal was schief geht, das scheinen die vier nicht zu kennen. "Wir wissen ja, dass jede von uns ihr Bestes gibt", erklärt Fenja. Und Lena: "Natürlich ist man sehr erleichtert, wenn nach einem langen Schlagabtausch die andere Mannschaft den Fehler macht. Und wenn es bei einem selbst gut läuft, dann ist man einfach glücklich." Diese positive Grundhaltung, das sei die größte Stärke der Mannschaft, so sieht es die Betreuerin Sylvia Henschel. Immerhin, so eine Wettkampfsaison ist doch ganz schön anstrengend, wenn fast jedes Wochenende ein Punktspiel oder eine Ausscheidung anliegt. Meistens sind an einem Tag drei Einzelspiele und ein Doppel zu absolvieren, die Spannung und Konzentrationsleistung dabei ist groß. Während es früher darum ging, als erster 21 Punkte zu erreichen (oder zwei Punkte Vorsprung zu machen), so liegt die Grenze heute bei gerade mal 11 Punkten. Da darf man sich keine schwache Phase leisten, Zeit zum Aufholen gibt es nicht. Natürlich sind die Mädchen nach einem Wettkampfwochenende ziemlich erschöpft. Auf der Rückfahrt im Auto schlafen sie meistens ein. "Aber davor merkt man die Anstrengung gar nicht", meint Fenja. "Wir sitzen dann immer noch mit unseren Fans am Büfett zusammen und quatschen." Und Lena bestätigt: "Es ist viel mehr Freude als Anstrengung!" Leistungssportler wollen sie alle nicht werden. Da sind ja noch die Freunde. Und die Schule. Und außerdem sei es dafür sowieso längst zu spät. "Wenn man nicht mit zwei Jahren den Schläger die Hand gedrückt bekommt, geht das gar nicht." Schon die Kampfstimmung bei den Deutschen Meisterschaften, wo die Fans mit Geschrei ihre Mannschaften unterstützen, war ungewohnt für die Mädchen und im Grunde nicht ihr Stil (auch wenn sie einen guten 8. Platz belegten). 2007 wird es sowieso anders zugehen. Jetzt sind Lena, Fenja, Laura und Julia keine Schülermannschaft mehr, sondern spielen in der höheren Altersklasse der "Mädchen", wo sie neue, harte Konkurrenz haben. Aber das macht nichts, sagen sie. Egal, was kommt, das Jahr 2006, es war so schön!



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