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Landesgruppe des Amtsanwaltsverein wählt neuen Vorstand

"Wir sind so etwas wie kleine Staatsanwälte"

Der neu gewählte Landesvorstand mit (v.l.) Rainer Preuße, Joachim Klocke und Timo Goldmann. Foto: jp Bückeburg (jp). Ihre Zusammenkunft in Bückeburg hat die Landesgruppe Niedersachsen des Deutschen Amtsanwaltsverein unter anderem zur Wahl eines neuen Vorstands genutzt. Neuer Vorsitzender der Landesgruppe wurde Joachim Klocke aus Lüneburg. Zu seinen Stellvertretern wurden Rainer Preuße aus Lüneburg und Timo Goldmann aus Hannover gewählt. Außerdem wurden die Themen Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit und die Zusammenarbeit mit anderen Fach- und Interessenverbänden in der Justiz erörtert. Zwei Tage tagten die organisierten Amtsanwälte dazu im Bückeburger Hotel Ambiente.

veröffentlicht am 14.10.2006 um 00:00 Uhr

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Hinter dem Namen Amtsanwalt verbirgt sich ein Berufsstand, der nach Meinung seiner Inhaber in derÖffentlichkeit bislang noch nicht ausreichend wahrgenommen wird. Im Gegensatz zur bisweilen anzutreffenden Meinung, der Amtsanwalt werde von behördlicher Seite Angeklagten in Gerichtsprozessen als Pflichtverteidiger zur Seite gestellt, ist der Amtsanwalt in Wahrheit sogar das genaue Gegenteil: Der Beamte im gehobenen Justizdienst nimmt Aufgaben eines Staatsanwaltes wahr. Seine Zuständigkeit ergibt sich aus dem Gerichtsverfassungsgesetz sowie aus unterschiedlichen weiterführenden Regelwerken. "Wir sind so etwas wie kleine Staatsanwälte", beschreibt es der aus Nienstädt stammende Timo Goldmann. "Anders als Staatsanwälte bearbeiten wir keine Kapitaldelikte, sondern eher die Bereiche Kleinkriminalität und Bagatellverfahren." In einigen Bundesländern gehört auch die Jugendkriminalität zu ihremZuständigkeitsbereich. Zwar gebe es in ganz Niedersachsen bislang nur rund 100 Amtsanwälte, von ihnen würden jedoch nahezu 45 Prozent aller Strafverfahren bearbeitet. "Wir sind daher die kostengünstige Variante zum Staatsanwalt und helfen durch unsere Arbeit mit, die Justizhaushalte zu konsolidieren." Zum Amtsanwalt werden in der Regel als Rechtspfleger tätige Justizbeamte ernannt. Diese haben eine 15-monatige Zusatzausbildung zu absolvieren, deren theoretischer Teil zentral am Ausbildungszentrum der Justiz NRW in Bad Münstereifel stattfindet. Amtsanwälte können zum Oberamtsanwalt und (nur in Berlin) zum Ersten Oberamtsanwalt befördert werden. Der vor einigen Jahren gegründete Deutsche Amtsanwaltsverein setzt sich gezielt für berufliche Belange seiner Mitglieder ein. Dabei gehe es vor allem darum, so Timo Goldmann, das Augenmerk der Politik auf die Belastungen und die Verbesserungsvorschläge seines Berufsstandes zu richten.

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