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Trotz Nachwuchssorgen viele Auftritte geplant / Fusions-Idee ad acta gelegt

"Wir sind noch nicht abgeschrieben"

Bückeburg (jp). Beim Bückeburger Männergesangverein hat man sich daran gewöhnt, etwas kleinere Brötchen zu backen. 24 aktive Sänger zählt das seit 2001 von Chorleiterin Olga Otkupchyk dirigierte Ensemble, hinzu kommen derzeit 33 fördernde Mitglieder. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren führte die Vereinsstatistik noch 31 aktive und 38 passive Mitglieder.

veröffentlicht am 11.02.2008 um 00:00 Uhr

Rudolf Gravermann

Blickt man noch etwas weiter zurück, etwa bis Anfang der 90er Jahre in die Zeit des 150-jährigen Jubiläums des Chores, so herrschten beim Bückeburger Männergesangverein noch ganz andere Stimmverhältnisse. Schon seit einigen Jahren stagniert die Zahl der aktiven Sänger, zudem ist die Überalterung nicht zu übersehen, wie bei so vielen anderen Vereinen auch. Es fehlt insbesondere an jungen Stimmen. Doch die machen sich schon seit Jahren rar. Auch eine Werbekampagne mit Slogans wie "Mann, du singst - dann komm!" oder "Ihre Stimme wird gebraucht", die der Vorstand vor zwei Jahren ins Leben rief, konnte der Strukturkrise nicht abhelfen. Für Pessimismus sieht man beim Bückeburger Männergesangverein dennoch keinen Anlass. So hat der Chor nach wie vor jedes Jahr einen vollen Auftritts-Terminkalender, muss bisweilen sogar Einladungen wegen Terminüberschneidungen ausschlagen. Auch im neuen Jahr stehen bereits zahlreiche Auftritte und Gastspiele fest: "Wir werden auch 2008 allen beweisen, dass man uns noch lange nicht abschreiben kann", versicherte der erste Vorsitzende Rudolf Gravermann auf der diesjährigen Jahresversammlung des Vereins. Überlegungen, mit einem anderen Männergesangverein zu fusionieren, haben die Bückeburger ad acta gelegt. Derartige Ideen waren 2007 in Richtung der Männergesangvereine Obernkirchen und Kleinenbremen gegangen. "Aber dann wären sicherlich einige von uns auf der Strecke geblieben, weil sie die zuweiten Wege nicht mehr auf sich nehmen können oder mit einem anderen Chorleiter nicht klarkommen", erklärte Rudolf Gravermann, "daher werden wir das sicherlich nicht machen." Auch die Finanzen sind beim Bückeburger Männergesangverein wieder im Lot: Erstmals seit 2003 weist die von Erwin Hampel verwaltete Kasse einen Überschuss auf. Der mahnte seine Sangesbrüder auch weiter zur Sparsamkeit: "Großveranstaltungen mit hohem finanziellen Aufwand und möglichem Niveauverlust können wir uns einfach nicht mehr leisten." So sei es nicht mehr möglich, sich zu Konzerten ebenso illustre wie kostenträchtige musikalische Gäste einzuladen.



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