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Diamantene Hochzeit von Waltraud und Willi Möller

„Wir schätzen uns immer noch sehr“

Grohnde. Es war die Zeit, als es am ersten Weihnachtstag noch Schifferbälle gab. Willi Möller war damals Binnenschiffer und machte wie immer zum Jahresende eine Stippvisite in der Heimat. Wie der Zufall es wollte, ging damals im Jahr 1950 auch die junge Köchin Waltraud Gesemann aus Grohnde nach Kirchohsen auf das Tanzvergnügen und entdeckte einen schmucken jungen Mann. „Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick, bei ihm hat es etwas länger gedauert“, erzählt sie lächelnd. Dass er immer mehrere Wochen auf Deutschlands Kanälen und Flüssen unterwegs war, scheint sie nicht gestört zu haben: Im Jahr 1952 wurde Verlobung gefeiert, am 30. Oktober 1953 in der Grohnder Kirche der Bund fürs Leben geschlossen. Die „Hochzeitsreise“ fand auf der „Minden 22“ statt und endete in Heidelberg. Gestern feierten die beiden mit Tochter Ina und deren Ehemann, mit Freunden und Verwandten ihre diamantene Hochzeit im Grohnder „Gasthaus zur Post“. Es ist eine gute Bilanz, die das Ehepaar zieht: „Wir schätzen uns immer noch sehr.“ Im Haushalt helfen sich die beiden gegenseitig. Sie kocht und backt – „das mache ich gerne“ –, er sorgt für Sauberkeit im Haus. Und wenn er früher wanderte, sorgte sie dafür, dass bei der Ankunft etwas Leckeres auf dem Tisch stand.

veröffentlicht am 31.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:41 Uhr

Als 1955 das Töchterchen Ina geboren wurde, gibt Papa die Binnenschifferei auf und wechselt zu Reintjes. 16 Jahre steht er dort an den Maschinen, dann zieht es ihn zu Lohmann nach Emmerthal. 25 Jahre Schichtdienst hat er auf dem Buckel, als er mit 60 Jahren vorzeitig in Rente geht. „Die Knochen wollten nicht mehr“, blickt er zurück auf sein Arbeitsleben, das begann, als er nach vier Jahren Kriegsgefangenschaft und schwerster Arbeit im polnischen Bergbau wieder nach Hause gekommen war. Sie hatte dagegen 1945 in Bad Pyrmont Köchin gelernt, fuhr manchmal mit dem Fahrrad von Grohnde in die Kurstadt, manchmal auch von Emmerthal aus auf einem Güterzug. Seine Lebenserinnerungen hat Willi Möller auf 54 Seiten ausgedruckt und mit Karten und Fotos versehen. „Aber das wird nicht veröffentlicht. Frühestens nach meinem Tod.“wft

Waltraud und Willi Möller 1953 bei der Hochzeit und 60 Jahre später in ihrem Haus in Grohnde. privat/wft



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