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Kritik am aktuellen niedersächsischen Schulsystem / "Weltweit einzigartig" / Übereinstimmung mit SPD

"WIR" erneuert Forderung nach einer zweiten IGS

Bückeburg (bus). Die Wählerinitiative "Wir für Bückeburg" (WIR) hat ihre Forderung nach weiteren integrierten Gesamtschulen (IGS) erneuert. Während eines Informations- und Diskussionsabends erläuterten Richard Wilmers (ehemaliger Leiter der IGS Stadthagen) und Uwe Toepfer (langjähriger Jahrgangsleiter der IGS Garbsen) im Gasthaus "Fenkner" die aktuelle Schulpolitik im Allgemeinen sowie die Vorteile des integrierten Ansatzes im Besonderen.

veröffentlicht am 09.10.2007 um 00:00 Uhr

Richard Wilmers zeigt seine Kritik mit der Karikatur von Hans Tr

Toepfer unterfütterte seine Kritik am niedersächsischen Schulsystem mit zahlreichen Zitaten, deren Grundtenor das System als "verlängerten Arm der alten Ständegesellschaft" kennzeichnete. Wilmers bezeichnete das System als "weltweit einzigartig". Was er aber keineswegs im positiven Sinne meinte. Der WIR-Kreissprecher stellte seinen kritischen Anmerkungen die Leitgedanken des Kollegiums der IGS Schaumburg gegenüber, nach denen die integrierte Gesamtschule eine Schule für alle Schüler sei und Wert lege auf optimale Förderung und Bildung der Schüler in einem angstfreien Arbeitsklima, respektvolles und tolerantes Miteinander, ein aktives Schulleben mit vielfältigen Angeboten, dieÖffnung der Schule nach innen und außen, eine vertrauensvolle und kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Elternhaus sowie darauf, dass sich alle in der Schule wohlfühlen. Als weitere "kleine Unterschiede" nannte der Referent gemeinsames Lernen ohne Selektion, keine Noten bis Klasse 8, Lernentwicklungsberichte, kein Sitzenbleiben, offene Schullaufbahn. Wilmers: "An der IGS können alle Schulabschlüsse, die auch an den anderen Schulformen der Sekundarstufe I vergeben werden, erreicht werden." Während der Diskussion trat eine weitgehende Übereinstimmung von WIR und SPD in der Forderung nach weiteren Gesamtschulen zutage. "Wir vertreten eigentlich die gleichen Ziele", sagte Bernd Wolf, der für den Unterbezirk der Sozialdemokraten Stellung bezog. Von der Einrichtung weiterer Gesamtschulen würden auch andere Schulformen profitieren. Aus dem Publikum wurden Defizite in deröffentlichen Darstellung der IGS-Vorteile angesprochen. Das könnte auch mit dem geringen Interesse der betroffenen Eltern in Zusammenhang gebracht werden - die Diskussion fand in einem sehr überschaubaren Kreis von insgesamt nur zehn Personen statt.

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