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Stehende Ovationen für „dUMMY“

Winter-Varieté entpuppt sich als rasante Show

Hannover. Wenn die Automobilhersteller ihre neuen Karren zu Testzwecken vor Wände fahren lassen, sitzen sie drin: Dummys. Eine ganz und gar weltliche Schöpfung, noch gar nicht so alt, denn wie lange gibt es Crashtests denn schon? Aber die Karriere der Puppen ist rasant verlaufen. Mittlerweile haben sie es sogar auf die Bühne geschafft. Und endlich unfallfrei.

veröffentlicht am 06.12.2012 um 11:42 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:13 Uhr

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Jens Meyer

Autor

Jens Meyer Leiter Redaktion PR- und Sonderthemen zur Autorenseite

Wohl um ihnen schon in der Schreibweise zur Kunstform zu verhelfen, haben sich die Macher um den erst 23-jährigen Mit-Regisseur Eike von Stuckenbrok dazu entschieden, die Show „dUMMY“ zu nennen. Auch egal. Kommt ja auf den Inhalt an, und der ist in bestem Sinne fantastisch. Seitdem die Premiere des 9. Winter-Varieté in der Orangerie Herrenhausen am 23. November über die Bühne ging – und über eine zeitweise 45 Grad geneigte noch dazu –, kennt die Begeisterung der Zuschauer kaum Grenzen. Stehende Ovationen sind jedenfalls nicht selbstverständlich, obgleich die Shows des GOP in aller Regel kein Grund zu Totalverrissen bieten. dUMMY bietet nicht einmal ein Gründchen, was nicht zuletzt an der Tatsache hängt, dass es eben nicht ein klassisches Varieté ist, sondern eine reichlich rasante Show mit Spezialeffekten, populärer Musik und einem roten Faden, der sich von Anfang bis zum Ende zieht. Und das alles ohne Pinkelpause, damit die Spannung nicht bricht.

Die Suche nach einer neuen Kunstform des Varieté-Theaters ist mit dUMMY gefunden worden. Puppen werden zum Medium der Artisten. Mensch und Gegenstand verschmelzen zu einer einzigartigen Ausdrucksform. „Eine starre, kahle Welt wird zum Leben, zur Bewegung, zur Artistik, zum Tanz erweckt“, sagt Regisseur Markus Pabst, gewissermaßen ein Papst der internationalen Varietészene. Gemeinsam mit Eike von Stuckenbrok, einer der jungen Stars dieser Show, führt er Regie. Auf seiner Idee, eine Darbietung mit einer Schaufensterpuppe zu entwickeln, basiert die gesamte Show. Die Akteure scheinen zu schweben, laufen Wände und Stangen hinauf, werden eins mit den Dummys. Es gibt nicht wenige Zuschauer, die diese Show als die beste erachten, die es seit Januar 2011 mit der Aufführung „Angell“ von Cirque Bouffon im GOP gegeben hat. Die ungewöhnlichste ist es in jedem Fall.

dUMMY – 9. Winter-Varieté in der Orangerie Hannover-Herrenhausen (Herrenhäuser Straße 3) bis einschließlich Sonntag, 20. Januar, Showtime im Dezember ist mittwochs bis freitags jeweils um 20 Uhr, samstags um 19 Uhr und sonn- und feiertags um 15 und 18 Uhr, Showtime im Januar mittwochs bis freitags um 20 Uhr, samstags um 19 Uhr und sonntags um 15 und 18 Uhr; Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf.

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Lih Qun Wong begleitet einen Teil der rasanten Show mit dem Cello und haucht ihr dadurch eine Poesie ein, die es in dieser Form selten genug zu sehen gibt. Subtile Poesie mischt sich mit rasanten Vorführungen großartiger Akteure.

Fotos: GOP



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