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Buddleja blüht am einjährigen Holz

Winterblues für Sommerflieder

Im Sommer lockt der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii) Falter, Bienen und Hummeln zum Tummeln auf teils langen, prachtvollen Blütenrispen. Er ist aber nur dazu bereit, wenn ihm spätestens im zeitigen Frühling mit der Schere die Äste gestutzt werden.

veröffentlicht am 07.03.2019 um 16:25 Uhr

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Autor:

Saskia Gamander
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Im Unterschied zu vielen anderen Gehölzen, bei denen ein Rückschnitt nur alle zwei bis drei Jahre in größerem Umfang vorgenommen wird, muss beim Sommerflieder auf Stock gestutzt werden, also rigoros bis zum Hauptstamm. Der Grund: Buddleja blüht am einjährigen Holz. Und das entwickelt sich bei ihm rasant!

Welcher Busch ist schon imstande, drei Meter lange Äste innerhalb einer Vegetationsperiode zu entwickeln? Viele dieser Sippe gibt es nicht. Der Sommerflieder ist sozusagen das Paradebeispiel eines schnell wachsenden Blütenstrauchs und sollte deshalb in keinem Garten fehlen. Außerdem gibt es sehr unterschiedliche Sorten, deren Farbpalette von weiß über gelb, pink und rosé bis zu purpurn und sogar blau reicht. Die Blüten entwickeln sich ab Juli, das Holz, an denen sie endständig wachsen, schießt, kaum dass die Pflanzensäfte aus der Winterruhe erwachen.

Wie erfolgt nun der Rückschnitt? Das ist ganz einfach: Die Blütentriebe aus dem Vorjahr werden auf kurze Stummel eingekürzt. Daraus treibt der Sommerflieder dann wieder kräftig aus. Es heißt, dass sich dort die maximale Blütengröße entwickelt, wo die Stummel mit jeweils zwei Augen stehengelassen werden. Im Ergebnis aber muss hier nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit die Astschere angesetzt werden. Letztlich reicht es vollkommen aus, nach der Faustregel zu verfahren, die vorjährigen Triebe zu entfernen – fertig. Einzelne Triebe sollten ganz entfernt werden, damit der Strauch mit den Jahren nicht zu dicht wird, denn aus jedem Stummel entstehen mindestens zwei neue Äste.

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Darin ist fürwahr also auch ein Nachteil zu sehen. Denn nach mehreren Jahren entstehen aufgrund des immergleichen Schnittprozesses dichte Astquirle. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, sie auszulichten, wenn dies nicht regelmäßig geschieht, das heißt in der Praxis, dem Sommerflieder auch ins alte Holz schneiden zu müssen, was er nicht immer mag.

Nach dem Rückschnitt muss der Schmetterlingsflieder aus seinen sogenannten schlafenden Augen neu austreiben. Das ist natürlich ein hoher Kraftaufwand und der Grund dafür, dass sich die Blüten erst später im Jahr entwickeln gemessen an Sträuchern, die viel früher ihre Knospen aufbrechen. Man kann den Blütezeitpunkt leicht variabel gestalten. Erfolgt der Schnitt schon Mitte Februar, treibt der Busch früher aus im Vergleich zum Märzschnitt. Mitte März sollte der letztmögliche Termin sein, die Triebe zu kappen.

Wichtig: Die Astschere muss scharf sein. Schnitte an Gehölzen müssen grundsätzlich mit scharfer Klinge durchgeführt werden. Ist sie stumpf, kommt es mehr zu einem Abquetschen der Zweige, was wiederum das Eindringen von Schädlingen und Feuchtigkeit positiv beeinflusst. Außerdem sollte das Holz während des Schneidens auch nicht splittern – das bedeutet also, mit dem Werkzeug kräftig zuzupacken.



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