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Automatik sorgt fürs Abstellen / Doch manchmal muss der Mensch ran

Windräder laufen bei Orkan nicht heiß - aber sicher ist sicher

Landkreis (clb). Mit einer absoluten Spitzenleistung von 25 Metern pro Sekunde haben sich die Flügel der Bad Nenndorfer Windenergieanlage gedreht, als das Orkantief "Kyrill" in der vergangenen Woche durch Deutschland tobte. "Und dabei laufen Windräder schon bei etwa 13 Metern pro Sekunde auf ihrer Volllast von 2000 Kilowatt", erklärt Anteilseigner Joachim Runkel.

veröffentlicht am 25.01.2007 um 00:00 Uhr

Über den Wolken: Joachim Runkel auf einem Windrad. Foto: Archiv

Wirklich gefährlich für das Windrad sei der heftige Sturm aber nicht gewesen, so Runkel. "Denn die automatischen Funktionen sorgen dafür, dass das Rad nicht ,heißläuft'." Zudem werde der Anstellwinkel der Flügel so verändert, dass diese aus dem direkten Wind herausgedreht werden. Bei einem Orkan wie in der vergangenen Woche sei es aber durchausüblich, erzählt Runkel, dass sich die Rotoren einiger Windräder von selber abstellen. Denn der Wechsel von starken und schwachen Windböen, wie es bei "Kyrill" der Fall gewesen ist, würden hohe Schwingungen der Räder verursachen. Automatisch abgestellt haben sich am Donnerstagnachmittag beispielsweise die Flügel von zweien der drei Antendorfer Windräder. Das dritte Rad, welches abends noch aktiv war, hat die Geschäftsführung der Antendorfer Windkraftanlagen gegen 22 Uhr abstellen lassen. "Um sicherzugehen, dass die Anlagen aufgrund der wechselnden Windgeschwindigkeiten, die zwischen 18 und 28 Metern pro Sekunde geschwankt haben, keine technischen Schäden erleiden, haben wir das dritte Windrad vorsichtshalber auch ausstellen lassen", erklärt die Geschäftsführung. Am Freitagmorgen um 4.30 Uhr seien dann alle Windräder wieder in Gang gekommen. Das kleinste der drei Antendorfer Windräder, welches normalerweise "nur" eine Nennleistung von 250 Kilowatt hat, habe am Donnerstag eine Höchstleistung von 257 Kilowatt bei 14,5 Metern pro Sekunde erreicht, berichtet Andreas Held, Anteilseigner der Antendorfer Windräder. Alle zwei Stunden werden die Windkraftanlagen per Datenfernübertragung von Paderborn und Rostock aus kontrolliert und per Computer überwacht. Fehler der Anlagen können somit frühzeitig erkannt werden.



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