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Reiter treiben zehn junge Rinder vor sich her

Wildwest in Hameln

HAMELN. Im Galopp eilt ein Pferd auf eine Rinderherde zu. Die noch jungen Rinder weichen aus und werden sofort vom nächsten Reiter überrascht.

veröffentlicht am 13.07.2017 um 00:00 Uhr

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Reporter

Nach einigen geschickten Reitmanövern überlisten die insgesamt zehn Reiter die Färse und schaffen es, ein einzelnes Rind von der Herde zu trennen.

Was sich gerade wie ein Tag auf einer Ranch in den USA. anhört, ist so tatsächlich im Reiterverein Hameln passiert. Allerdings werden die 300 Kilo schweren Rinder aus Freilandhaltung durch die Hallenanlagen des Reitervereins getrieben und nicht durch den wilden Westen. Am ersten Juli Wochenende fand im Hamelner Reitstall zum ersten Mal ein Lehrgang zum Umgang von Pferd und Rind statt. In vier anderthalbstündigen Blöcken wurden erste Kontaktpunkte zwischen den Rindern und Pferden geschaffen. „Das Ziel dieses Kurses sollte sein, dass die Pferde die Angst vor den Rindern verlieren“, wünscht sich Kursleiter Martin Schemuth. Dabei sei es für die Pferde wichtig, sich an besser ausgebildeten Pferden zu orientieren, um somit angstfreies Verhalten zu übernehmen. Ein gut dressiertes Pferd könne es auch ohne Anweisungen des Reiters schaffen, die Herde zu lenken. „Ein Kollege von mir ist mal vom Pferd gefallen und sein Pferd hat die Rinder erfolgreich allein weitergetrieben“, erinnert sich Schemuth.

Nicht nur für die Tiere war dieses Wochenende aufregend. Selbst erfahrene Teilnehmer wie die Reittrainerin Claudia Mai fieberten diesem Ereignis seit Wochen entgegen: „Wir waren alle total gespannt auf den Kurs. Viele von uns hatten keine Erfahrung auf diesem Gebiet und dementsprechend waren wir sehr nervös.“ Der dreifache Europameister Martin Schemuth ist seit kurzem auch Mitglied im Hamelner Reiterverein. Er ist in Sachsen-Anhalt in Schauen zuhause und trainieren auf einer der größten Anlagen für Rindersport in Deutschland, dem Cow Sport Center. Das Interesse ist geweckt. Westernreiten werde immer populärer gegenüber dem klassischen Englischreitstil, meint Schemuth. In Amerika fand der Westernstil seinen Ursprung und wird nun schon seit rund 20 Jahren auch in Deutschland trainiert, allerdings weniger in traditionellen Reitställen. Gerade das Phänomen des Unbekannten mache für viele Reiter den Reiz dieser Schulung aus. Zum Abschluss des Seminars sind die Reiter sichtlich erschöpft und lassen das Wochenende noch mit einem gemütlichen Grillen ausklingen.

Working Cowhorse Amateur ist eine europäische Reiterdisziplin, sie stammt natürlich ursprünglich aus den USA. FOTO: Sabine Niemeyer


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