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Rodenberger Mühle erstrahlt in neuem Glanz / Chronik ist begehrt

Wiedergeburt des Wahrzeichens

Rodenberg (ede). Jetzt haben sie ihr Wahrzeichen wieder: Seit Sonnabend können die Rodenberger voller Stolz zu ihrer Windmühle blicken. Rund acht Monate hat die von der Interessengemeinschaft Rodenberger Windmühle in Auftrag gegebene Restaurierungsarbeit gedauert. Jetzt erstrahlt sie in neuem Glanz, wovon sich zahlreiche Rodenberger am Sonnabend während des Mühlenfestes der Interessengemeinschaft Rodenberger Windmühle überzeugt haben.

veröffentlicht am 01.09.2008 um 00:00 Uhr

Über die Geschichte und die Funktion der Mühle kann man sich bei

Für ihn sei es wie eine "Wiedergeburt", sagte Heinrich Grabemann, Vorsitzender der IG Windmühle während der Feierstunde. Verständlich: Der Diplom-Ingenieur hat sein ganzes Herzblut in die Arbeit gesteckt. Nachdem es am 28. April 2005 während Sanierungsarbeiten zu einem Brand der Mühlenkappe gekommen war - bei dem Arbeitsunfall hatte sich durch Stauwärme auf der Innenseite der Kappe Holzmehl zunderartig entzündet - und der damalige Eigentümer nicht imstande war, die kostspielige Restaurierung zu finanzieren, hatte sich die Interessengemeinschaft zum Kauf und zugleich zur Instandsetzungder Mühle entschlossen. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt (5000 Euro), dem Landkreis (11500 Euro), dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (7000 Euro) und dem GLL Hannover-Amt für Landesentwicklung (23 150 Euro) gelang es der IG die Restaurierung in Angriff zu nehmen. Für den Rest der Summe von insgesamt rund 77 100 Euro musste die IG Windmühle dabei selbst aufkommen. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier lobte in diesem Zusammenhang das Engagement der IG: "Ohne Sie wäre das Ganze nicht vorangegangen", sagte er anerkennend. Er sprach von Grabemann als einem Mann mit "Visionen", ohne den die Restaurierung ganz sicher nicht möglich gewesen wäre. Für ihn sei das Ganze eine "ganz tolle Leistung". Der Erhalt derartiger Zeitzeugen sei enorm wichtig, verdeutlichte Schöttelndreier. "Das ist das, was ein Heimatgefühl erzeugt", so der Landrat. Bürgermeister Günter Altenburg zeigte sich vom neuen alten Wahrzeichen mächtig angetan: "Wir sind stolz, dass wir wieder eine Windmühle haben", sagte er, nachdem die Freiwillige Feuerwehr den Bau - wie in "Mühlen-Ländern" üblich - kurz mit Wasser bespritzt hatte. Rüdiger Hagen, der als Mühlenbautechniker maßgeblich an den Arbeiten beteiligt war, überreichte Grabemann eine Kiste mit Plänen und Münzen, die traditionsgemäß in die Mühle "einzumauern" seien. In seinem Rückblick auf die Historie der Mühle erinnerte Hagen an den Bau der Windmühle im Jahr 1850, der eigentlich gar nicht erforderlich gewesen wäre, da Rodenberg zu der Zeit zwei Wassermühlen besaß. "Die Stadt wollte aber eine Windmühle, die jeder sieht", erklärte er den "unnötigen" Bau. Vom Brand im Jahr 2005 sprach Hagen als einem "tragischen Ereignis", das auch ihm nahe gegangen sei. "Immerhin kenn' ich die Mühle seit 18 Jahren - das verbindet."

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