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Projekt verzögert sich / Sitze für Audi A 8 werden bis 2016 in Stadthagen gefertigt

Wieder Serienauftrag für Faurecia - aber Sorge ums Kompetenzzentrum

Stadthagen (ssr). Erstmals seit Jahren hat das Stadthäger Werk des Autositzherstellers Faurecia wieder einen Serienauftrag erhalten. Die Sitze für den Audi A 8 werden bis 2016 hier produziert. Ernste Sorgen macht sich der Betriebsrat aber wegen der Verzögerung bei der Einrichtung des im Jahr 2006 von der Konzernleitung zugesagten "Kompetenzzentrums". Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro gilt als Kernstück der mittelfristigen Standortsicherung.

veröffentlicht am 19.06.2008 um 00:00 Uhr

Die IG Metall hat gestern in einer Pressemitteilungüber den Autositz-Auftrag informiert. "Immerhin kommt jetzt wieder Serienproduktion ins Stadthäger Werk, was vom Unternehmen vor zwei Jahren noch total abgelehnt worden war", zeigte sich IG-Metall-Sprecher Thorsten Gröger erleichert. Auf Anfrage bestätigte Faurecia-Pressesprecherin Kirsten Lattewitz den Auftrag. Dieser ziehe Investitionen in Höhe von 3,8 Millionen Euro in das hiesige Werk nach sich, um den Audi-Auftrag technisch bewältigen zu können. Das zeige, dass es sich "um einen wichtigen Auftrag, um ein ganz wichtiges Signal für den Standort Stadthagen handelt", so die Firmensprecherin. Derzeit arbeiten laut IG Metall noch etwas mehr als 455 Mitarbeiter im Werk. Der Konzern hat in der Betriebsvereinbarung von 2006 zugesagt, die Zahl bis Ende 2009 nicht unter 300 sinken zu lassen. Die weitere Zukunft des Standortes wird eng mit den Planungen für das weltweite "Kompetenzzentrum" für Presstechnik verknüpft. Nach Darstellung von Betriebsratschef Jürgen Bittner hatte die Werksleitung im vergangenen Jahr signalisiert, das erste Presswerk werde bis Mitte 2008 installiert. Noch im März habe die Geschäftsführung betont, Ende April werde der erste Spatenstich erfolgen. Anfang Juni jedoch habe das Management den Betriebsrat informiert, dass der Terminplan nicht eingehalten werden könne - die Investitionssumme von zehn Millionen Euro würde das weltweite Budget der Faurecia-Autositzsparte sprengen. "Wir betrachten die Zukunftssicherung mit Sorge", so Bittner. Unternehmenssprecherin Lattewitz bestätigte, dass sich der Prozess zeitlich verzögere. Das Projekt werde "einer Revision unterzogen", daher könne momentan "kein definierter Zeitpunkt genannt werden". Grund seien vor allem technische Neuerungen (etwa hochmoderne Simulationsgeräte), auf die man bei der Planung "flexibel reagieren muss". Lattewitz rechnete vor, dass bisher immerhin 50 000 Euro in das Projekt geflossen seien, 16 Mitarbeiter seien bereits in dem im Aufbau befindlichen "Kompetenzzentrum" tätig. Der Konzern halte "an der Zielrichtung eines zukunftsfähigen Standortes Stadthagen in jedem Fall fest", versicherte die Sprecherin. Auf die Frage, ob das "Kompetenzzentrum" vollumfänglich wie ursprünglich geplant kommen werde, sagte sie: "Das kann ich nicht kommentieren." Angesichts einer "ambivalenten Stimmung in der Belegschaft" erklären Bittner und Gröger übereinstimmend: "Wir erwarten, dass die nächsten Schritte zur Zukunftssicherung eingeleitet werden." In den "Betriebsrats-Nachrichten" wird "ein neuer Zeitplan für das Kompetenzzentrum" gefordert.



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