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Erste Kommune in Schaumburg ist Mitglied im Verein DMS / Neues Vermarktungspotenzial

Wiedensahl gehört zur Märchenstraße

Wiedensahl. Wiedensahl ist als erste Kommune im Landkreis Mitglied im Verein Deutscher Märchenstraße (DMS). Diese Nachricht hat Bürgermeisterin Anneliese Albrecht von Benjamin Schäfer, Geschäftsführer der populärsten Themenrouten in Deutschland, erhalten.

veröffentlicht am 12.08.2014 um 15:35 Uhr
aktualisiert am 12.08.2014 um 21:33 Uhr

Der Vorstand des Vereins hat dem Antrag auf Mitgliedschaft aus dem Wilhelm-Busch-Geburtsort zugestimmt, hieß es. Die Route schlängelt sich von Hannoversch Münden bis Bremerhaven über weite Strecken entlang der Weser durch Deutschlands Norden.

Für die Verantwortlichen in Wiedensahl wird es nun darum gehen, sich im Jahr vor dem 150. Geburtstag von Max und Moritz im Netzwerk Märchenstraße zu präsentieren. Die DMS genießt weit über Deutschland hinaus in Europa, Amerika und Asien ein positives Image. Die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Märchenstraße wurde 1975 gegründet und geht auf eine Initiative des späteren hessischen Staatsministers Herbert Günther zurück. Keimzelle und Ideengeber war das Brüderpaar Jacob und Wilhelm Grimm, die deutschen Märchensammler, deren Lebensstationen die erste Route in Hessen ansteuerte.

Doch da sich Märchen und Sagen nicht immer so leicht lokalisieren lassen wie die „Bremer Stadtmusikanten“, war die Märchenstraße bald nach Norden hin auf fast 600 Kilometer Länge erweitert. Und so, wie es einen Abzweig zu „Hase und Igel“ in Buxtehude gibt, wird man künftig auf dem Weg von Hessisch Oldendorf oder Bad Oeynhausen nach Nienburg den Kurs über Wiedensahl wählen können.

Max und Moritz sind allerdings bereits durch Ebergötzen im Harzvorland auf der Märchenroute verortet. Dort hatte Busch bei einem Onkel seine frühen Teenager-Jahre erlebt und mit seinem dort gefundenen Freund Erich Bachmann wohl einige der Streiche selbst ausgeheckt, die später Inspiration für den Verkaufsschlager wurden. Wiedensahl wird sich also durch den Maler, Zeichner und Dichter selbst präsentieren.

Bürgermeisterin Albrecht dankte für die schnelle Entscheidung in Kassel, wo die Geschäftsstelle der DMS ihren Sitz hat, und hofft, die weltweiten Marketingaktivitäten der Märchenstraße schon mit Blick auf das Max-und-Moritz-Jubiläum im kommenden Jahr spürbar nutzen zu können. Zugleich wertet sie die örtlichen Vorarbeiten zur Mitgliedschaft als ersten wichtigen Erfolg der jungen Initiative Zukunftswind für Wiedensahl um Hannah Klose und Julia Baade. Auf deren Vermittlung hatte Schäfer die Märchenstraße erst Ende Mai in Wiedensahl vorgestellt, woraufhin der Gemeinderat den Aufnahmeantrag beschloss.

„Die Mitgliedschaft in der Deutschen Märchenstraße wird neue internationale Vermarktungspotenziale für Wiedensahl und das Schaumburger Land erschließen“, meint Olaf Boegner, Leiter des kreisweiten Tourismusmarketings.

Gudrun-Sophie Frommhage-Davar, Leiterin des Busch-Geburtshauses, freut sich auf künftige Gäste, denen sie vermitteln kann, dass der „Hausherr“ vor allem in seiner ersten großen Lebenskrise in und um Wiedensahl und auch in Südniedersachsen Märchen und Sagen gesammelt und aufgeschrieben hat. Sein Märchenbuch sollte „Ut oler Welt“ heißen, und auch den Titelentwurf hatte Busch fertig, ehe es zu einem der nicht wenigen aufgegebenen Projekte seines Lebens wurde.

Doch anders als bei vielen Gemälden und Zeichnungen, fand man im Nachlass das druckfertige Manuskript, das dann der Neffe Otto Nöldeke 1910 erstmals herausgegeben hat.soe



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