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Vielfältiges Programm beim Großraumentdeckertag / 1000 Besucher

Wiedensahl: Dorfspaziergang auf den Spuren von Wilhelm Busch

Wiedensahl (han). Der Großraumentdeckertag der Region Hannover hat rund 1000 Besucher nach Wiedensahl gelockt. Die Gäste nahmen sich viel Zeit für das umfangreiche Programm, das ihnen geboten wurde. Einer von vielen Höhepunkten war ein "Dorfspaziergang mit Wilhelm Busch".

veröffentlicht am 11.09.2007 um 00:00 Uhr

Alte Künste: Elfriede Herden spinnt Schafswolle. Fotos: han

Mehr als 40 Jahre lang hat Wilhelm Busch in Wiedensahl gelebt und dort seine Spuren hinterlassen. Der Dorfspaziergang führte die neugierigen Ausflügler zu den Busch-Stätten und weiteren Sehenswürdigkeiten des Ortes. Gästeführerin Monika Steinmeier ging nicht nur auf die Biographie des Comic-Urvaters ein, sondern gab auch Wissenswertes zur Ortsgeschichte preis. Besichtigt wurden unter anderem die "Kleine Schule", die ehemalige Poststelle und das Pfarrwitwenhaus, in dem Busch in einem Haushalt mit seiner Schwester Fanny wohnte. Interessantes wusste Steinmeierüber das Alte Pfarrhaus zu berichten. "Es ist einer der ältesten erhaltenen Pfarrbauernhöfe", erklärte das Vorstandsmitglied des "Förderkreises Wilhelm Busch Wiedensahl". Damals sei es üblich gewesen, dass Pastoren Landwirtschaft betrieben. "Alle waren gleichgestellt und Pastoren hatten dieselben Sorgen wie die anderen." War ein Pastor verschuldet, so habe sein Nachfolger die Schulden abbezahlen müssen. Zur Erheiterung der Gäste rezitierte Monika Steinmeier zwischendurch Gedichte des Wiedensahler Humoristen. Beim Wilhelm-Busch-Denkmal fiel ihr ein Fehler auf: Wie auf den meisten Abbildungen zeigt das Bronze-Relief den Vater von Max und Moritz mit einer Zigarre in der Hand. Tatsächlich habe Busch aber Zigaretten geraucht, "und zwar 40 Stück am Tag", so Steinmeier. Den Zuhörern gefiel der Dorfspaziergang: "Eine tolle Sache, ich bin begeistert", meinte die Hannoveranerin Irmel Paulat, die sich im "Busch-Jahr" eingehend mit dem Zeichner und Dichter beschäftigt. Auch das Museum im Alten Pfarrhaus bot ein vielseitiges Programm. Unter dem Motto "Das Museum lebt" wurden alte Handwerkskünste demonstriert. Wilfried Thiemann erläuterte den interessierten Besuchern das Schuhmacherhandwerk, Rosemarie Damke klöppelte Spitzen und Elfriede Herden verarbeitete am Spinnrad Schafswolle zu Fäden. Bei Rundfahrten auf dem Planwagen konnten sich die Gäste einen Eindruck von der Landschaftrund um Wiedensahl machen. Auch für die musikalische Unterhaltung war gesorgt. Die Wiedensahler Volkstanzgruppe unterhielt mit Tänzen aus aller Welt. Etwas moderner wurde es mit der Jazz-Tanz-Gruppe "Sweet Devils": Die Mädchen im Alter von sieben bis 14 Jahren tanzten zu flotten Hip-Hop-Klängen. Rundum zufrieden zeigte sich Friedhelm Sölter, Vorstandsmitglied des "Förderkreises Wilhelm Busch": "Wir haben viel positive Resonanz bekommen."

Wilfried Thiemann erläutert das Schuhmacherhandwerk.
  • Wilfried Thiemann erläutert das Schuhmacherhandwerk.


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