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Verzicht auf PC oder Süßigkeiten - und die Erkenntnis: "Man merkt, wie wertvoll Zeit ist"

Wie Schaumburger "7 Wochen ohne" erleben

Landkreis (web). Durch Verzicht den eigenen Blickwinkel verändern - das ist Ziel der laufenden Fastenaktion der evangelischen Kirche, die im 25. Jubiläumsjahr unter dem Motto "Verschwendung" steht. Dabei setzen Schaumburger Jugendliche diese "7 Wochen ohne" ganz individuell um.

veröffentlicht am 19.02.2008 um 00:00 Uhr

Menschlichkeit, Zeit und Liebe verschwenden - dazu ruft die evan

Birte Kasper verzichtet sieben Wochen lang auf Süßigkeiten. "Ich will mir bewusst machen, was ich eigentlich esse, warum ich das esse und wie viel", erklärt Birte als Mitglied der evangelischen Landesjugendkammer ihren individuellen Beitrag zur Fastenaktion "7 Wochen ohne". "Süßigkeiten sind ein Genussmittel und sollten auch als solche behandelt werden." Nicht immer fällt es der 24-Jährigen leicht, auf Süßes zu verzichten: "Besonders wenn ich angespannt bin, greife ich gern zum Schokoriegel." Umso schöner ist nach den überstanden sieben Wochen Süßigkeiten-Abstinenz das Erfolgserlebnis. "Bisher habe ich jedes Mal durchgehalten", freut sich Birte Kasper, die bereits zum sechsten Mal an der Aktion teilnimmt. Im letzten Jahr hatte sich die 24-Jährige sieben Wochen ohne Fernsehen auferlegt. "Da wird plötzlich viel Zeit frei, die man anders nutzen kann", sagt sie. "Zum Beispiel, um Bücher zu lesen oder sich mit Freunden zu treffen." Plötzlich sei das soziale Leben viel mehr in den Mittelpunkt gerückt. "Man merkt, wie wertvoll Zeit ist", schildert die junge Frau. Dass Fasten weder Diät noch Verzicht, sondern vielmehr eine Umkehr und Bewusstseinsänderung meint, erklärt Klaus-Dieter Kiefer, Geschäftsführer des Landesjugend-Pfarramtes. "Bei der Fastenaktion geht es darum, einen neuen Blickwinkel zu gewinnen und sich bewusst zu machen, wie man lebt ", sagt der 56-Jährige. Essen, Rauchen, Trinken, Fernsehen - jeder Aspekt des menschlichen Lebens könne das Fasten betreffen. "Wir schreiben nicht vor, was gemacht werden soll, sondern jeder sucht sich etwas Eigenes", erklärt Kiefer. Auch Jugendlichen versucht die evangelische Kirche die Fastenaktion nahe zu bringen. Ein nicht immer leichte Unterfangen, denn: "Fasten ist nichts Hippes," sagt der Geschäftsführer des Landesjugend-Pfarramtes. Dennoch gebe es Jugendliche, die bereit seien, sich darauf einzulassen und auszuprobieren, auf Süßigkeiten oder Fernseher zu verzichten. Das bestätigt auch Udo Hasemann-Weiß, Gruppenleiter der evangelischen Jugend Bückeburg, der das Thema Fasten aktuell im Jugendkreis aufgegriffen hat. "Sieben Wochen lang keine Schokolade oder Computerspiele? Das Verzichten aus Glaubensgründen fällt ihnen schwer", erklärt der Betreuer von 15 Jugendlichen. Schon der erste Schritt, das Zugeben, vom einen oder anderen zu viel zu konsumieren, sei nicht leicht. "Aber das, was man einspart, kann man auch wieder ausgeben", sagt der 49-Jährige. "Zum Beispiel für andere, in Form von Hilfe", erläutert Hasemann-Weiß das, was er den Jugendlichen vermittelt. "Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, das in konkrete Projekte umzusetzen."



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