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Reese: Abbau erreicht Straße erst in einigen Jahren - Einziehung trotzdem schon für 2008 geplant

Wie lange bleibt die Kreisstraße 80 noch offen?

Gerade bei Motorradfahrern ist die K 80 eine beliebte Ausfahrtstrecke - zum 1. Januar 2008 soll sie eingezogen werden. Foto: tol Krankenhagen/Möllenbeck (crs). Wie lange bleibt die Kreisstraße 80 zwischen Krankenhagen und Möllenbeck noch offen - und für wen? Nachdem der politische Streit um die Erweiterung des Kiesabbaugebiets entschieden ist, dreht sich die Diskussion vor allem um diese Frage.

veröffentlicht am 13.02.2007 um 00:00 Uhr

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Zum 1. Januar 2008 plant der Landkreis die Einziehung der Straße, ab dann dürfte diese nicht mehr von der Allgemeinheit benutzt werden. Krankenhagens Ortsbürgermeister Gerhard Werner jedoch möchte die Straße gerne so lange wie möglich erhalten (wir berichteten). Bei diesem Ansinnen sieht der Landkreis Probleme: "Ein Verfahren greift ins andere, das kannman nicht richtig trennen", verweist Bernd Hugo vom Amt für Kreisstraßen auf mögliche Auswirkungen einer späteren Einziehung auf das Abbauvorhaben der Firma Reese. Denn ausgerechnet die Ecke, durch die sich die K 80 zieht, sei für den Abbau von besonderer Bedeutung: "Hier liegt das Vorkommen mit der größten Mächtigkeit", begründet Hugo die für Reese erforderliche Rechtssicherheit. Rein theoretisch aber ist für die Einziehung der Straße keine Eile geboten. "Bis der Abbau die K 80 erreicht, vergehen ganz sicher noch ein paar Jahre", bestätigt Abbauunternehmer Wilhelm Reese. Eine genaue Prognose mag er nicht abgeben, das sei nicht zuletzt von der Konjunktur abhängig. Gleichwohl will auch er an der Einziehung zum Jahresende festhalten und begründet dies mit Interessen von anderer Seite: "Auch der Ortsrat Möllenbeck will die Straße so schnell wie möglich schließen." Einen "sinnvollen Weg", trotzdem aber den Interessen aus Krankenhagen gerecht zu werden, sieht Reese in der Erteilung von Sondergenehmigungen, zum einen für direkte Anlieger, zum anderen für Krankenhäger, die das Naherholungsgebiet nutzen wollen. Ein Problem: Wie soll nach der Einziehung sichergestellt werden, dass die dann offiziell verbotene Abkürzung durch den Wald nicht doch rege genutzt wird? "Wir dürfen nicht gleich unterstellen, dass sich niemand an Verbotsschilder hält", hofft Hugo hier für den Landkreis auf eine gute Akzeptanz der Schilder. Der Streit um die Zukunft der K 80 gehtüber die Landesgrenze hinweg: Auch die Einwohner von Silixen haben ein elementares Interesse am Erhalt der Straße. Aus diesem Grund hat hier ein Informationsgespräch stattgefunden. Es sei eine "gute Veranstaltung" gewesen, bilanziert Hugo. Diese Einschätzung teilt Manfred Stoller, Mitglied im Gemeinderat Extertal: "Es war eine sehr sachliche Diskussion, ein guter Austausch", lobt er ausdrücklich die Vertreter der beteiligten Behörden. Inhaltlich indes stimmen die Positionen nicht ganzüberein. Aus diesem Grund sind Manfred Stoller für Silixen und Gerhard Werner für Krankenhagen zurzeit dabei, eine gemeinsame Erklärung vorzubereiten.

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