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Neuer Flächennutzungsplan weist neue Wohn- und Gewerbegebiete aus / 55,6 Hektar werden gebraucht

Wie kann die Stadt ihre Einwohnerzahl halten?

Bückeburg (rc). Wieviel Bauland muss die Stadt vorhalten, um in den kommenden 15 bis 20 Jahren ihre Einwohnerzahl von rund 21 000 zu halten? Dies ist die Ausgangsfrage, die bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Stadt Bückeburg berücksichtigt werden muss. Denn damit Bückeburg seinen Status als Mittelzentrum behält, die städtische Infrastruktur gut ausgelastet ist und entsprechend Steuereinnahmen und Schlüsselzuweisungen ins Stadtsäckel fließen, ist es unabdingbar, dass die Einwohnerzahl gehalten wird.

veröffentlicht am 12.06.2007 um 00:00 Uhr

Wie kann Bückeburg die Einwohnerzahl stabil halten? Eine Grundla

"Wir haben in den vergangenen Jahren bereits sehr viel in die Wege geleitet, etwa dadurch, was wir im Bereich der kinder- und familienfreundlichen Stadt getan haben", stellte Baubereichsleiter Karlheinz Soppe im Bau- und Umweltausschuss fest, als dort der Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan vom GLL Hameln, dem ehemaligen Katasteramt, vorgestellt und diskutiert wurde. Der alte F-Plan ist inzwischen rund 20 Jahre alt, in den Jahren 37-mal geändert worden und entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine gute, moderne städtische Planung. Möglichst die Flächen in der Innenstadt nutzen, weil dort die Infrastruktur vorhanden ist, oder aber Bauflächen in den Ortsteilen ausweisen, wo mit Schulen, Kindergärten und Geschäften noch Infrastruktur besteht: Das ist das Leitbild, dass der Neuaufstellung zugrunde liegt, wie Soppe weiter erläuterte. Und daraus hat der GLL-Planer seine Planungen abgestellt. Derzeit haben alle Bückeburger Wohnungen eine durchschnittliche Belegungsdichte von 1,99 Personen, "sehr gering und fast ein großstädtischer Wert." Im Vergleich mit anderen Städten liege Bückeburg am Ende der Statistik, Veränderungen seien in den kommenden Jahren kaum zu erwarten. Insgesamt gibt es derzeit in Bückeburg 10 500 Wohneinheiten, in zehn Jahren werden 10 860 benötigt, um den Bevölkerungsstand zu halten. Zusammen mit Häusern oder Wohnungen, die abgerissen werden, ergibt sich rein statistisch, dass Bückeburg in den kommenden zehn Jahren 520 neue Wohneinheiten schaffen muss, rechnete der GLL Planer vor. Da - wieder rein statistisch - je Wohneinheit 950 Quadratmeter Fläche gerechnet werden müssen, inklusive neuer Straßen, Grünflächen oder Parkplätze - errechnet der Planer einen Bedarf von rund 50 Hektar neuen Baulands, das in den kommenden zehn Jahren zur Verfügung stehen muss. Im neuen F-Plan sollen 55,6 Hektar ausgewiesen werde: "Der Stadt steht damit Spielraum zur Verfügung." Allerdings müssen diese 55,6 Hektar nicht komplett neu ausgewiesen werden: 21,8 Hektar stehen an Baulücken zur sofortigen Bebauung zur Verfügung, wie eine Ermittlung der Stadt ergab. Weitere 12,6 Hektar werden aus dem alten in den neuen F-Plan übertragen: Bleiben 20,8 Hektar, die neu ausgewiesen werden müssen. Und dafür hat der Planer folgende Überlegungen angestellt: Gewerbeflächen: Neue sollen in der Verlängerung der Kreuzbreite, am Ortseingang von Scheie gleich hinter der Bahn sowie am Hafen Berenbusch ausgewiesen werden - dort vor allen Dingen, um das mit dem Containerhafen geplante interkommunale Gewerbegebiet ausweisen zu können. Kernstadt: Größere Flächen für Wohnbebauung sollen zwischen Falkingsviertels in Richtung Bergdorf ausgewiesen werden. Die Äcker entlang der Ahnser Straße sollen aber bleiben: als Lärmschutz zum angrenzenden Gewerbegebiet. Die bereits rechts und links der Rintelner Straße im südlichen Stadtbereich ausgewiesenen Flächen für Wohnbebauung bleiben. Großgemeinde Evesen: Hier soll der zweite Abschnitt von "Auf der Höhe" realisiert werden sowie ein kleineres Gebiet an der Schaumburger Straße. Der Ort habe in den vergangenen Jahren sehr viele Neubürger aufgenommen und müsse zur Ruhe kommen, meinte der Planer. Cammer: Obwohl Cammer kaum eigene Infrastruktur aufweist, soll die Nähe zu Minden und zum Gewerbegebiet Päpinghausen genutzt werden, um mit der Ausweisung kleinerer Flächen potenzielle Neubürger zum Zuzug zu bewegen. Meinsen-Warber: Bereits ausgewiesene Flächen in Warber bleiben. Neu hinzu kommen Wohnbauflächen entlang der Straße "Zu den Brücken", um dort ein geschlossenes Siedlungsbild zu erreichen. Scheie: Am südwestlichen Dorfrand soll ein kleineres Wohngebiet entstehen. Mehr als "klein" ist wegen des Hubschrauberlärms nicht möglich. Keine Flächen werden in Rusbend, Achum und Müsingen ausgewiesen. Diesen Ortsteilen wird lediglich eine Eigenentwicklung zugestanden. Wo Flächen überbaut werden, müssen auch entsprechend Ausgleichsflächen vorgehalten werden: als ökologischer Ausgleich. Hier hat der Planer vor allem das Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung und die angrenzenden unter Landschaftsschutz stehenden Flächen ins Auge gefasst. Zusammen mit Gewässerrandstreifen und kleineren Gebieten in den Ortsteilen stehen insgesamt 310 Hektar als so genannte "Suchräume" zur Verfügung - nur rund 39 Hektar werden gebraucht. Im Ausschuss wurde wenig diskutiert, sondern das Thema zur weiteren Beratung in die Gruppen und Fraktionen verwiesen.



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