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Vespa-Fahrer und ihre Liebe zu den kleinen Flitzern / Club macht Rast am Ratskeller

Wie ein Roller zum Lebensgefühl wird...

Rodenberg (oke). Jede Generation hat ihre ganz eigenen Kultgegenstände und Identifikationsmerkmale. Bei den Jugendlichen der fünfziger Jahre waren es Rock 'n' Roll, die Elvis-Haartolle und die Vespa. Der Vespa-Club Hannover hat das sonnige Wochenende genutzt und unter der Leitung von Willy Brandt eine Rallye durch das Schaumburger Land unternommen. Eine Zwischenstation war der Rodenberger Ratskeller.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 09:09 Uhr

Urig: Die Mitglieder des Vespa-Clubs Hannover genießen das sonni

Man kann es kaum glauben, aber die kleinen Roller, die im Hochglanzzustand an der Straße vor dem Rodenberger Ratskeller aufgereiht stehen, haben es in sich. "Ich habe früher Touren bis nach Italien unternommen", erzählt Werner Leipold wie selbstverständlich. Die Zuverlässigkeit und der zähe Motor, der sich auch bei den extremen Steigungen der Alpen nicht unterkriegen lässt, haben seit Beginn der Serienfertigung 1946 so manchen Vespa-Fahrer ins Staunen versetzt, so auch den Stadthäger. In seinem 70. Lebensjahr schwört er immer noch auf die Vorzüge des kleinen Rollers. Untreu geworden ist er dem Gefährt nur einmal, um dann aber schnell wieder zu den motoristischen Wurzeln zurückzukehren. Auch Thomas Reichert hat das "Vespa-Virus" infiziert, obwohl zwischen ihm und Leipold etwa 40 Jahre liegen. Ganz aus Blech gefertigt und mit Handschaltung muss eine Vespa sein. "Alles andere verdient den Namen nicht." Der "geniale" Motor, der mit minimalsten Teilen auskomme, das formschöne Äußere ("wie eine Frau mit schmaler Taille und breiten Hüften") und der bequeme Sitz haben es Reichert angetan. Wie die meisten Mitglieder des drittältesten Vespa-Clubs Deutschlands hat auch er seine erste Vespa in den Jugendjahren bekommen. "Meistens ist die Anschaffung aus der Not geboren - etwas anderes konnte man sich damals einfach nicht leisten", schmunzelt er. Für die Fortbewegung vom Heim zur Arbeitsstelle reicht das Krad aber allemal, denn eine gepflegte Vespa schafft Tempo 100 durchaus. Doch nicht nur für Kurzstrecken wird die Vespa benutzt. Axel Strohbach kann davon ein Lied singen. Mit seiner acht PS starken GS 3 von 1959 hat er sechs Mal die 2000-km-Oldtimerrallye durch Deutschland gewonnen, inklusive Bergrennen und Zeitfahren. "Eigentlich ist das Ding ja das pure Understatement", so der Hannoveraner. Umso schöner sei es, wenn man den "elitären" Oldtimern den Pokal vor der Nase wegschnappen könne, lacht Strohbach. "Man wird von denen gar nicht für voll genommen." EineÜberzeugung haben die Vespa-Fans wohl alle gemeinsam: Der Roller gehört auf die Straße und nicht in den Schauraum. Auch der Probsthäger Willy Brandt, der die Orientierungsfahrt organisiert hatte, sieht das so. Er besitzt derzeit neun Modelle der Piaggios. Mit Einstiegspreisen von etwa 2500 Eurosei das Hobby noch erschwinglich. Aber die Preise stiegen immer weiter, besonders seit auch Osteuropa den Roller entdeckt habe. Dort etabliere sich seitdem eine richtige Fangemeinde. "Vespa ist halt so ein Lebensgefühl, von dem man nicht mehr loskommt", resümiert Brandt.



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