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Heimatbund Bad Pyrmont besuchte Dresden

Wie ein Lichtstrahl der Hoffnung

BAD PYRMONT. Im Rahmen von „500 Jahre Reformation“ fand in der Martin-Luther-Kirche zu Dresden die Uraufführung eines Passionsoratoriums statt, das 2014/2015 der Komponist Matthias Drude, Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Dresden, und der Bad Pyrmonter Pfarrer, Schriftsteller und Liederdichter Detlev Block gemeinsam geschaffen haben.

veröffentlicht am 27.04.2017 um 07:00 Uhr

Nicht die besten Temperaturen, aber dafür umso bessere Stimmung beim Heimatbund. foto: pr

Dazu heißt es in der Werkeinführung von Professor Drude, dass man den Texten der vier Evangelisten gefolgt ist, „antijudaistische Tendenzen der Passionsüberlieferung“ aber nicht in das Oratorium übernommen hat.

Anders auch als manch bekannte Passionsdarbietung seit dem 17. Jahrhundert, zeigt dieses Oratorium die Handschrift der Reformation: Mit der Passion Christi ist das Heil für die Menschheit bereits errungen. Davon ist laut Luther immer wieder zu singen und zu sagen. Diesem Auftrag kamen in überwältigender und zutiefst berührender Weise circa 100 Mitwirkende in der voll besetzten Martin-Luther-Kirche nach und nahmen die knapp 1000 Zuhörer zwei Stunden mit durch eine Passion von tiefstem Leid, Schmerz, Dunkelheit und auch der Erfahrung vom Verrat eines besten Freundes sowie dem Gefühl der Gottverlassenheit. Wie ein Lichtstrahl der Hoffnung erklangen daher gleich zu Beginn die zarten Töne der meisterhaft gespielten 1. Violine der Dresdner Sinfonietta, die mit 14 brillanten Musikern den Bachchor an der Martin-Luther-Kirche sowie die vier Solisten nicht nur begleiteten. Mit Professor Gertrud Günther (Sopran), Ewa Zeuner (Alt), Frank Blümel (Tenor), Andreas Drescher (Bass) sowie Jonas Leonhardi als Sprecher waren herausragende Stimmen zu hören, die unter dem meisterhaften Dirigat von Markus Leidenberger, Landeskirchenmusikdirektor Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsen, die Botschaft des Oratoriums eindringlich an die Zuhörer übermittelten: Nicht nur der Gottessohn durchlitt Unsägliches, und in seinem Namen wurde viel Gewalt ausgeübt, sondern durch den modernen Menschen leidet auch die gesamte Schöpfung.

Die Botschaft aus dem Libretto von Detlev Block lautet klar, dass wir alle in der Verantwortung stehen, Gutes auszusäen und „ein weites Netz der Hoffnung von Herz zu Herz um die ganze Welt“ zu binden mit der Gewissheit aus dem Werktitel: „Wir können mit dir unser Leben wagen.“

Der Heimatbund Bad Pyrmont lud zum Gegenbesuch ein mit der Zielsetzung, dass dieses Werk auch hier zu hören sein sollte. Die Einladung wurde gern angenommen und sollte in zwei bis drei Jahren unter Einbindung aller am Ort verfügbaren Kräfte Wirklichkeit werden. Erwähnt sei, dass ein Grußschreiben von Bürgermeister Klaus Blome an den Oberbürgermeister Dirk Hilbert in das Dresdener Rathaus überbracht wurde. Und natürlich hat die Reisegruppe auf einer Stadtrundfahrt sowie Stadtbegehung durch Dresden einige Höhepunkte des faszinierenden Elb-Florenz erleben dürfen, der Stadt, wo so viel Raum für Kunst allgegenwärtig ist und in der Friedrich Schiller 1785 für die Tafel der Freimaurerloge „Zu den drei Schwertern“ das Gedicht „An die Freude“ schrieb, weltweit aus Beethovens 9. Sinfonie bekannt und als Hymne der Europäischen Union angesehen. Der Heimatbund plant für 2018 eine weitere Reise nach Dresden, mit Meißen und den Holzengeln von Wendt & Kühn, Erzgebirge, als „Zugabe“. pr

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