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Der Welterfolg des Romanes „Das Parfüm“ machte das Städtchen Grasse bei Urlaubern noch beliebter

Wie die Provence von Patrick Süskind profitiert

Fréjus. Würzige Mittelmeerluft weht zum Fenster herein, Taue knarzen, Segel knattern im Wind. Die Appartements an der Marina von Port Fréjus sind nicht nur bei Wassersportlern beliebt. Auch wer kein Boot in die gut 20 Jahre alte Anlage zwischen den Altstädten von Fréjus und St. Raphael mitbringt, findet hier einen guten Platz, um Badeurlaub mit der Erkundung von Provence und Côte d’Azur zu verbinden. In bequemen Tagesetappen mit dem Auto oder der Bahn lassen sich Cannes, Antibes, Nizza, St. Tropez oder Monaco besuchen. Selbst eine Fahrt nach Marseille oder Aix-en-Provence ist nicht zu weit.

veröffentlicht am 20.04.2011 um 14:27 Uhr

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Im Hinterland lockt die Parfümstadt Grasse. Weiter in den Bergen reihen sich Seen und Dörfer aneinander, bis der eindrucksvolle Grand Canyon du Verdon erreicht ist. In Sichtweite des Urlaubsdomizils lädt das Esterel-Gebirge zu leichten Wanderungen ein.

Port Fréjus ist eine kleine Welt für sich – gebaut, um dem alten Fréjus seinen Zugang zum Wasser wiederzugeben. Der historische römische Kriegshafen war seit langem verlandet. Port Fréjus verbindet moderne Mittelmeerarchitektur mit dem Konzept von Badeorten, wie sie vor 100 Jahren gebaut wurden. Um das Hafenbecken bilden Geschäfte, Bars und Restaurants die Kulisse für das Treiben der Freizeitkapitäne. Mehrere Hundert Appartements werden entweder von großen Ferienunternehmen oder Privatbesitzern vermietet.

Flach ins Wasser abfallende Strände schließen sich an die Anlage an. Ein ehemaliger Flugplatz der Marine bietet Freizeiteinrichtungen wie Schwimmhalle und Sportplätze. Das Militärgelände ist heute ein Naturpark. Wie oft an der französischen Mittelmeerküste, überwiegen in der sommerlichen Ferienzeit einheimische Urlauber.

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„Unsere Gäste sind Europäer, zumeist Franzosen, aber auch Belgier, Deutsche, Italiener und Portugiesen“, erzählt Sandie Banharés, die zwei Ferienwohnungen vermietet. An der Wirtschaftskrise ist auch Port Fréjus nicht vorbeigekommen. „Wir waren in der Region aber nicht so stark betroffen“, sagt Banharés. Die Stadt entwickle ihre touristischen Aktivitäten weiter. Der Hafen wird vergrößert – und es gebe Pläne für ein Casino.

Ein schöner Tagesausflug führt nach Grasse, in das historische Zentrum der Parfümherstellung. Hier lassen noch mehrere Fabriken duftende Essenzen kreieren. Besucher können ihnen dabei zusehen. Um anschließend im Probenraum mit verführerischen Duftwolken umnebelt und zum Einkauf motiviert zu werden. Der Ansturm auf das beschauliche Städtchen hat seit dem Welterfolg des Romans „Das Parfüm“ von Patrick Süskind noch zugenommen.

Die Fahrt nach Grasse lässt sich mit der Besichtigung des Grand Canyon du Verdon kombinieren. Wer sich Zeit nehmen will, um mehr Details zu betrachten, plant besser einen ganzen Tag für die eindrucksvolle Schlucht ein. Der Verdon-Fluss mit seinem türkisblauen Wasser hat sie in das Kalksteinmassiv gewaschen. Die Panoramastraße bietet immer wieder eindrucksvolle Ausblicke.

Schon das Beobachten der Kletterer an den steilen Felswänden lässt manchem schwindelig werden. Oben ziehen Adler ihre Kreise in der aufsteigenden Luft. Am Übergang des Lac de Ste-Croix in die Schlucht vergnügen sich Touristen in Tretbooten. Vom Balkona de la Mesa bietet sich ein Ausblick fast wie vom Rand des Grand Canyon in Arizona.

Wem der Sinn mehr nach Großstadttreiben steht, der erreicht von Fréjus aus in zwei Stunden Marseille. Ein Umweg über die Calanques östlich der Stadt lohnt sich: Die schmale Straße entlang der schroffen Steilküste bietet tolle Blicke aufs Meer. In Marseille genießt man einen schönen Blick über den alten Hafen von der etwas eigenwilligen Kirche Notre Dame-de-la-Garde aus.

Bei einer Fahrt von Fréjus aus in die andere Richtung beginnt bald die Côte d’Azur. Es bietet sich an, auf dem Weg nach Cannes das Esterel-Gebirge auf der schmalen Küstenstraße zu umrunden. Beim Spaziergang entlang der Promenade La Croisette in Cannes, vorbei am wenig einladenden Veranstaltungszentrum der Filmfestspiele, darf man sich einen Moment dazugehörig fühlen. Um dann festzustellen, dass der Strand unterhalb der Schutzmauer schmal und steinig und der Zugang teuer ist. Der kleine Aufstieg in die Altstadt am Vieux Port kostet dagegen nichts und bietet eine schöne Aussicht auf die berühmte Bucht.

In Juan-les-Pins lässt es sich gut baden und feiern. In Antibes liegen die größten Luxusjachten der Côte d’Azur. Auf der Fahrt nach Nizza kommt etwas in Sicht, das überall an Frankreichs Küsten zu finden ist: eine gigantische Hochhaus-Appartementburg.

Ein paar Kilometer weiter geht es vorbei am internationalen Flughafen nach Nizza. Um Avignon mit dem Papstpalast zu besichtigen, bietet sich eher die An- oder Abreise mit einem Tag Unterbrechung an – die Entfernung von Fréjus ist für einen Tagesausflug sehr groß.

Weitere Informationen: Atout France, Zeppelinallee 37 in 60325 Frankfurt. Kontakt per E-Mail: info@franceguide.com.

Auf dem Plateau de Vaucluse oder in der Montagne du Luberon lässt sich die Lavendelblüte in Südfrankreich bestaunen. Wer sie sehen möchte, sollte im Sommer in die Provence reisen. Foto: Atout France/ Michel Angot

Weitgehend zerstört ist die römische Altstadt von Fréjus – der Hafen allerdings ist eine kleine Welt für sich (links). Für den Grand Canyon du Verdon können sich Besucher einen ganzen Tag lang Zeit nehmen (rechts).



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