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Von der Gaststätte "Auebrücke" zum "Hotel Eden" / Besetzung durch die britische Luftwaffe, danach Kurheim, heute Seniorenresidenz

Wie die Hoteldynastie Drinkutüber zwei Generationen Eilsen prägte

Bad Eilsen. Zwei Generationen Drinkuts haben in Bad Eilsen die Angebote für Kurgäste und Einheimische mitbestimmt. Der in den Harrl-Kolonien, Bergdorf, geborene Louis Drinkut heiratete Karoline Böse aus Stadthagen, und beide übernahmen bald die Bewirtschaftung der früher als Pension Flentje in Bad Eilsen bekannten Herberge.

veröffentlicht am 06.04.2007 um 00:00 Uhr

"Weißt Du noch?": Das Ehepaar Louis und Karoline Drinkut erinner

Autor:

Friedrich Winkelhake

Während des Ersten Weltkrieges musste Frau Karoline mit ihrer Schwester Marie allein das Haus betreiben, denn wie alle jungen Männer wurde Louis natürlich auch eingezogen, um für Kaiser und Vaterland zu kämpfen. Als in den fürstlichen Remisen an der Bahnhofstraße das Lokal "Auebrücke" eingerichtet wurde, übernahmen Drinkuts die Gaststätte. In der "Auebrücke" gab es bei jedem Aue-Hochwasser, so erzählen alte Bad Eilser, derartige Überschwemmungen, dass die Möbel schwimmen gingen. Angeblich soll es auch einige Male vorgekommen sein, dass die Gäste auf die Tische klettern mussten, um nicht nasse Füße zu bekommen. Der Gaststätte "Auebrücke" war die erste Bad Eilser Tankstelle angeschlossen. Im südlichen Bereich der Remisen hatte das fürstliche Bad Eilsen die jetzt frisch renovierte Pkw-Remise gebaut.Dort stellten die feinen Gäste aus dem Fürstenhof ihre tollen Limousinen und Cabrios ab. Im Dachgeschoss wurden Zimmer für die herrschaftlichen Chauffeure vorgehalten. Am 10. Mai 1925 eröffnete das Ehepaar Drinkut sen. im Bad Eilser Villenviertel ihr neues "Hotel Eden". Das Haus nahm von Anfang an eine besondere Stellung unter den privaten Anbietern für die vielen Kurgäste in den 20er und 30er Jahren ein. 1935 übernahm Karl Drinkut mit seiner Frau das Hotel Eden. Wie allen Bad Eilser Pensionsbesitzern, den Wirten und Hoteliers, ging es auch den Drinkuts bei Kriegsende mit der Besetzung des Ortes durch die britische Luftwaffe sehr schlecht. Während Karl noch im Lager auf seine Entlassung wartete, wurden die alten Herrschaften aus der "Auebrücke" ausgewiesen. Die Briten hatten die Remisenanlage beschlagnahmt. Zunächst kamen sie im Souterrain des Hotels Eden unter. Familie Drinkut jun. musste auf den Hof Prasuhn in Bad Eilsen umziehen, denn auch ihr Hotel wurde nun von britischen Offizieren bewohnt. Später übersiedelten Drinkuts nach Bückeburg. Eine Hotelier-Familie kann nicht ohne Dienst an Gästen auskommen. So pachtete Karl Drinkut schließlich im Jahre 1949 das Hotel-Restaurant "Jägermeister". Erst im Jahre 1955 durften die Drinkuts wieder zurück in ihr Bad Eilser Hotel Eden. Nach zehnjähriger Besatzung musste zunächst viel renoviert werden. Die Gäste der Vorkriegszeit hatten sich inzwischen anders orientiert. Bad Eilsen musste ganz von vorn anfangen und hatte auch nicht mehr viel zu bieten. Vom Leben des kleinen Weltbades war nichts, aber auch gar nichts übrig geblieben. Trotzdem versuchte es die Familie Drinkut erneut. Das Haus wurde als Hotel-Restaurant im Jahre 1955 wieder eröffnet. 1958 gelang es, mit der LVA Münster einen Vertrag zu schließen. Nun galt das 45-Betten-Haus Eden als Kurheim für erkrankte Versicherte aus dem Raum Nordrhein-Westfalen. Am 31. Mai 1977 wurde das Hotel Eden von Frau Bockübernommen. Heute ist "Eden" und das benachbarte "Bienchen", verbunden mit einem großzügigen Anbau, zu einer bekannten Seniorenresidenz geworden und erfreut sich eines guten Rufes.



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