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Mit der Zackelschau wird der Bestand im Revier verdeutlicht

Wie die Hirsche ihre Namen bekommen

Osterwald. Es war nun schon die 14. Zackelschau an der Osterwalder Anhaltwiese. Anfangs fand sie noch auf einem Tapeziertisch statt. Doch in den letzten Jahren kamen zeitweise fast 200 Jagdinteressierte in den Wald. Der Begriff der Zackelschau hat laut Hegeringleiter Wolfgang Rohrmann seinen Ursprung vermutlich im Harz. Bei der Zackelschau wird der Bestand des heimischen Rotwildes veranschaulicht. Dies geschieht mithilfe der Abwurfstangen – dem Geweih des Hirsches.

veröffentlicht am 26.06.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.11.2016 um 08:39 Uhr

Die Stangen wachsen jedem Hirsch ab dem Frühjahr innerhalb von dreieinhalb Monaten neu heran. Im Juli/August bildet sich dann auf dem Geweih die sogenannte Basthaut, die sich der Hirsch an den Bäumen der Umgebung abschlägt, wobei ab und an auch Schäden an den Bäumen entstehen. Zur Brunftzeit hat er dann in jedem Jahr ein fertiges Geweih, das er auch als Waffe nutzen kann. Im Februar verliert der Hirsch die Stangen. Der Verlust der beiden Stangen geschieht aber nicht immer gleichzeitig, sodass die Stangen schon mal zwei bis drei Kilometer auseinander liegen können.

Mit gefundenen Stangen können die Jäger die Hirsche des eigenen Revieres bestimmen und ihr Alter festhalten. Die Stangen des „Eichen-Fegers“ etwa wurden in den vergangenen Jahren sogar immer von einem Jäger gefunden, was laut Rohrmann dem Zufall eines hohen Lottogewinns entspricht. Ihre Namen erhalten die Hirsche von den Umständen, des Fundes der Geweihstangen. Die Stangen des „Eichen-Fegers“ wurden zum Beispiel an einer Eiche gefunden, von der noch der Saft des Baumes tropfte und Teile der Baumrinde am Geweih hingen. Wanderer dürfen die Stangen nicht mitnehmen. Das fällt sogar unter den Straftatbestand der Wilderei. Die Jäger jagen die Hirsche erst ab einem Alter von zwölf Jahren, wodurch der Bestand kontrolliert wird. Nach dem 13. oder 14. Lebensjahr bauen die Hirsche körperlich stark ab und teilweise verkümmert das Geweih. „Wir ballern nicht wild in der Gegend rum. Wir wollen reife Hirsche und das natürliche Gleichgewicht bewahren“, erklärte Rohrmann bei der Zackelschau als Moderator. Vor 14 Jahren war Rohrmann als Moderator eingesprungen, mittlerweile hat er eine gewisse Routine dabei entwickelt – seine Erklärungen werden über Lautsprecher an die Zuhörer übertragen. „Heute ist mir persönlich die Zackelschau manchmal schon zu groß. Aber wir Jäger müssen uns öffnen und der Öffentlichkeit auch zeigen, wie wir arbeiten. Nur so werden Vorurteile abgebaut.“ Derzeit gibt es im Jagdrevier des Hochwildrings Osterwald zwischen Elze und Altenhagen auf einer Fläche von etwa 12 000 Hektar rund 120 Rotwild-Tiere inklusive Mutter- und Jungtieren. Damit diese Zahl konstant bleibt, wird vor allem der Bestand der Jungtiere mit der Jagd kontrolliert. Rohrmann zeigt sich mit dem Bestand der Tiere sehr zufrieden. Diese haben auf den 12 000 Hektar ein Rückzugsgebiet von etwa 3000 Hektar Wald. „In manchen Jagdrevieren wurde der Fehler gemacht, dass der Bestand nicht kontrolliert wurde. So wurden anderswo manche Waldgebiete vom Rotwild quasi leergefressen, was den Wäldern massiv geschadet hat“, so Rohrmann.gök



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