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Serie zum Klimaschutz - Teil 6: Ekkehard Rietz verzichtet mitÖkostrom auf konventionelle Energie

Wie der grüne Gedanke die Steckdose erreicht

Rinteln (ima). Sich einfach einen "Atomkraft? Nein danke"-Aufkleber ans Auto haften, das ist Ekkehard Rietz zu wenig. Der pensionierte Realschulrektor will in Sachen Umweltschutz selbst aktiv sein. Wenn erüber sein Engagement spricht, klingt das eher nach Pflicht als nach Kür: "Wir sind gezwungen, uns mit unserer Energieversorgung umzustellen, es gibt es ja zunehmend Probleme."

veröffentlicht am 28.03.2007 um 00:00 Uhr

Lippenbekenntnisse reichen nicht aus: Ekkehard Rietz ist mitÖkos

Weil die Kohle- und Gasressourcen der Erde nicht ewig währen und konventionelle Energiegewinnung zunehmend das Klima belastet, bezieht das Ehepaar Rietz seit sieben Jahren Ökostrom, also Strom aus regenerativen Energien. Das Besondere: Ihr Haus produziert diesen auch. Eine Photovoltaikanlage sorgt nicht nur für warmes Wasser, sondern speist auch Strom in das Netz der Stadtwerke. Bei der Jahresabrechnung wird dann der Strom, den die Anlage eingespeist hat, gegen den Verbrauch gerechnet. "Es kann schon sein, dass der Strom aus unserer Anlage einen kleinen Schlenker macht und zu uns zurückkommt", scherzt Rietz. Aber nicht nur der Strom aus eigener Produktion sollte ökologisch sein, und so entschieden sich Edelgard und Ekkehard Rietz für den Ökostromanbieter energreen - ein Angebot verschiedener Stadtwerke, unter anderem auch der Stadtwerke Rinteln. Dieser Strom wird aus Windkraft, Biomasse, Wasserkraft und Erdwärme gewonnen - und aus Solarenergie, das beinhaltet auch private Anlagen wie die der Eheleute Rietz. Der Strommix aus verschiedenen Energiequellen unterscheidet sich je nach Ökostromanbieter, allen gemeinsam ist jedoch der Verzicht auf Kohle-, Gas- und Kernkraft. Allerdings: "Ökostrom ist Strom", betont Rietz, "das ist physikalisch, es geht nur um die Art der Erzeugung. Wenn ich zum Bioladen gehe, bekomme ich da Wurst, die dort gemacht wurde. Der so genannte Ökostrom, zum Beispiel aus einer Windkraftanlage, ist genauso Strom wie aus einem Kernkraftwerk." Neben derökologischen Erzeugung von Strom haben sich die Ökostromanbieter vielfach die Reinvestition der Gewinne in weitere umweltfreundliche Produktionsanlagen auf die Fahne geschrieben. So erhebt energreen einen Aufschlag von 4 Cent pro Kilowattstunde, die Erlöse hieraus gehen zu 80 Prozent in die Förderung neuer Anlagen. Davon hat auch Ekkehard Rietz einmal profitiert: "Wir haben damals unsere Photovoltaikanlage installiert und für die nicht ganz billigen Kosten einen Zuschuss von den Stadtwerken bekommen. Dann dachten wir, die Sache läuft so gut, da wollen wir jetzt auch diesen Aufschlag für Ökostrom zahlen und andere damit fördern." Seit sie an ihrer Anlage ablesen können, wie viel umweltfreundlichen Strom sie selbst produzieren, seien sie auch sensibler geworden für die Stromschlucker im Alltag, meint Edelgard Rietz. "Überall Licht an, Türen auf, da sind wir zurückhaltender", stimmt ihr Mann zu. Standby-Geräte werden bei Nichtgebrauch ausgeschaltet und im ganzen Haus leuchten allenfalls Energiesparlampen. Als "Öko" betrachtet sich Ekkehard Rietz aber nicht: "Das Wort Öko bringt ja viele auf die Palme. Wir sind nicht in der grünen Szene, aber aufgeschlossen für den grünen Gedanken sind wir schon." Als ehemaliger Mathematik-, Chemie- und Physiklehrer ist Rietz sozusagen vorbelastet, kam häufig mit dem Thema in Kontakt: "Ich habe gesehen, wo die Knackpunkte liegen." Nächste Folge: "Energiesparhaus" - worauf Bauherren achten können. Internet-Forum: Diskutieren Sie mit unter www.landes-zeitung.de und www. schaumburger-zeitung.de.

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