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Nordic-Walking-Gruppe testet Strecken im Taubenberg, am Deckberger Pass, am Stemmer See

Wie aus Patienten wieder Sportler werden

Rinteln (wm). Das Weserbergland soll ein Nordic-Walking-Revier werden, so das Konzept für ein neues EU-Projekt. Nordic-Walking-Trainer Ralph M. Böhne hat mit einer Gruppe Strecken im Taubenberg, am Deckberger Pass, in Todenmann an der "Langen Wand", rund um den Stemmer See und zuletzt von Rohden nach Schaumburg getestet. Urteil seiner zwölf Walker, die am Ende auch ein Zertifikat für den bestandenen Kurs entgegennehmen durften: "Tolles Landschaftserlebnis, abwechslungsreich, bei jedem Wetter zu laufen."

veröffentlicht am 07.07.2006 um 00:00 Uhr

Geschafft: Der Kurs hat die letzte Teststrecke absolviert. Ralph

Nordic Walking, so erfuhr das dynamische Dutzend, alles Damen und Herren im gesetzteren Alter, lebt auch durch die Gruppendynamik - der Vordermann, die Vorderfrau zieht einen bergan. Für Böhne, Physiotherapeut und Krankengymnast, ist Walken die geeignete Sportart, um "aus Patienten wieder Sportler zu machen - so bringt man erstaunliche viele ,No-Sports-Kandidaten' vom Sofa". Wer "am Stock geht" hat schnelle Erfolgserlebnisse, es powert am Anfang nicht so aus wie Joggen, durch den Stockeinsatz werden auch Arme und Rumpfmuskulatur trainiert, der ganze Kreislauf kommt in Schwung. Auch Böhne hat die Kritik in "Spiegel" und "Focus" gelesen und hält dem entgegen, es komme eben auf den richtigen Stockeinsatz an - bevor man die Weserberge erstürmt, sollte man sich also einen Kurs gönnen. Den bezahle erfreulicherweise in vielen Fällen die Krankenkasse. Ein Sport für Damen wie Herren Seite an Seite: Die typische Walkerin trägt Größe 42 und ist zwischen 35 und 50 Jahre alt. Damit sich niemandüberschätzt und kurz vor dem Ludwigsturm den Rettungshubschrauber braucht oder unters Sauerstoffzelt muss, setzen sich Böhne sowie Reinhold Koch und Hermann Stoevesandt vom Marathonteam dafür ein, dass die Strecken klassifiziert werden. Und zwar, weil Nordic Walking vom Skilanglauf kommt, logischerweise auch nach den dort gesetzten Schwierigkeitsgraden wie grün für kinderleicht, blau für einfach, rot für konditionell herausfordernd und schwarz nur für fit Trainierte. Zumindest die Kurse gehen erst mal in Sommerpause. Am 6. September geht es weiter, dann bietet Böhne den nächsten Walkingkurs an.

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