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Ute Eggeling zeigt Querschnitt durch ihr Schaffen / Neue Ausstellung im Galerie-Café Luhden

Wie aus einer Zahnärztin eine Zeichnerin wird

Luhden (sig). Jeder Mensch benötigt für den Ruhestand mindestens ein sinnvolles Hobby. Viele freuen sich darauf, vom Ende des Berufslebens an mehr Spielraum für das zu haben, was ihnen schon zu Jugendzeiten Spaß bereitet hat. Nicht selten sind es auch Talente, für deren Weiterentwicklung man vorher gern mehr Zeit gehabt hätte. Für Dr. Ute Eggeling hatten Zeichnen und Malen schon immer einen besonderen Stellenwert. Sie stellt zurzeit einen Teil ihrer Werke im Luhdener Galerie-Café aus.

veröffentlicht am 17.01.2008 um 00:00 Uhr

So könnte unsere Landschaft im Winter aussehen, wenn er denn käm

Die gebürtige Schlesierin ist seit 2004 im Ruhestand und arbeitete vorher 30 Jahre lang als Zahnärztin in Stadthagen. Sie malt nicht im Stile von Wilhelm Busch, zum Beispiel dick angeschwollene Wangen und Mitleid erregende Zahnpatienten, sondern Landschaften und Blumen, aber auch allerlei Abstraktes. Dass Ute Eggeling jetzt mit ihrer Ausstellung im Galerie-Café die Nachfolge der früheren Berufsschullehrerin Doris Goerges antritt, ist kein Zufall. Beide Frauen gehören nämlich der Stadthäger Ateliergemeinschaft "Farben und Formen" an, haben gemeinsam Mal- und Zeichenkurse besucht und sind miteinander befreundet. "Ich habe mir trotz meines Berufes schon früher Zeit genommen für das Zeichnen und Malen", erklärte die Stadthägerin unserer Zeitung. Viele Jahre lang sei sie zweimal in der Woche zu der Kunst- und Grafikdesignerin Gabriele Wicke nach Hannover gefahren. Ute Eggeling: "Dort habe ich das Zeichnen von der Pike auf gelernt." Fokussiert war sie auf Pflanzen, Landschaften und Gegenstände. Seit einigen Jahren hat sie aber auch ihren Spaß an der Abstraktion von Motiven entdeckt. Ihre Maltechniken sind recht universell. Ute Eggeling verwendet sowohl Aquarell- als auch Dispersionsfarben, Bleistifte, Kohlestifte und Pastellkreide. Sie befasst sich darüber hinaus auch mit Mischtechniken, setzt Spachtelmasse ein und zum Schluss den Bleistift, um die Formen und Strukturen nachzuarbeiten. Es bereitet ihr offensichtlich Spaß, mal alles auszuprobieren. Den Weg zur abstrakten Darstellung fand die frühere Zahnärztin während eines Urlaubs auf Sylt. Dort lernte sie eine Malerin kennen, die Kurse unter dem Motto "Von der Farbe zur Form" anbot. An der dort überwiegend großflächig dargebotenen Kunst fand die Stadthägerin Gefallen. Im Luhdener Galerie-Café können die Besucher jetzt bis Anfang Februar zwölf Motive besichtigen, die einen Querschnitt durch ihr Schaffen bieten. Ganz nebenbei erfuhren wir, dass sich Ute Eggeling auch schon damit befasst hat, Sandsteine zu behauen und Speckstein zu formen. Aber dieses Kapitel ist offensichtlich abgeschlossen. Malen ist schonender für die Hände...

Ute Eggeling
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