weather-image
Alte Liebe zu Fiat 500 / Nach vielen Jahren nach Lauenau zurück / Fast 100 000 auf dem Tacho

Wie aus dem Cinquecento ein "Frosch" wurde

Lauenau (nah). Fast jedes Auto könnte Biagio Ciraldo haben. Schließlich handelt der Lauenauer mit Fahrzeugen: Er kauft sie an und exportiert sie vorwiegend nach Italien. Jetzt ist ein Wagen auf umgekehrtem Weg transportiert worden. Und zu verkaufen ist er auch nicht: Das ganze Herz des 57-Jährigen hängt an einem kleinen quietschgrünen Fiat 500.

veröffentlicht am 11.04.2007 um 00:00 Uhr

Das liegt einerseits am Baujahr. Denn 1965, als der "Cinquecento" in Turin vom Bad lief, begann für den damals 15-jährigen Biagio ein neuer Lebensabschnitt. Die Eltern hatten soeben ihrer sizilianischen Heimat den Rücken gekehrt, um als Gastarbeiter in Deutschland Fuß zu fassen. Bekanntschaft mit dem Auto machte Ciraldo erst 1980, als er sich den fahrbaren Untersatz kaufte. Der Kleinwagen leistete tüchtig Dienste für Freunde und Familie: "Mit sieben Leuten darin zum Deister", verrät sein Besitzer über damalige Eskapaden, "heute kann ich das ja sagen". 1982 gab Ciraldo das Auto an seine Verwandten auf derÄtna-Insel weiter. Er hatte sich längst nach einer größeren Familienkutsche umgesehen. Den langen Weg über die Alpen legte der Fiat aber mit dem Lkw zurück: "Sonst bist du tot, bevor du ankommst." Aber unter mediterraner Sonne leistete der Wagen noch allerbeste Dienste. Nur das triste Beige der Karosse konnten die lebenslustigen Leute nicht mehr sehen: Die hellgrüne Lackierung führte bald zu einem Spitznamen: "Rana", erklärt Ciraldo, "Frosch". Als jetzt aber das immerhin schon 42 Jahre alte Gefährt ausgemustert werden sollte, besann sich der Lauenauer auf seine "Jugendliebe": "Der wird nicht verkauft", erklärte er seinen Angehörigen. So gelangte der "Cinquecento" wieder zurück nach Deutschland - erneut auf motor- und menschenschonende Weise per Tieflader direkt an den Deister. Natürlich sind vier Jahrzehnte nicht spurlos an dem kleinen Veteran vorübergegangen. Hier und da haben Karosse und Stoßstangen kleine Schäden erlitten, Ein Rücklicht ist kaputt; die Farbe entspricht nicht gerade dem Geschmack seines Besitzers; und auch die Polster bedürfen dringend einer ordnenden Hand. Da muss der Autohändler einiges investieren, um das kleine Vehikel wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Aber das nimmt er in Kauf, weil er sich schon bald zu kleinen Ausflügen auf den Weg machen oder sich in Oldtimerrallyes einreihen möchte. Schon hat der Fachmann auf den Tacho geguckt: Knapp 97.500 Kilometer zeigt das Zählwerk - "und das mit immer noch dem ersten Motor".



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt