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"Comet"-Markt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten /Änderungskündigungen für zwölf Mitarbeiter

Wettbewerbssituation "extrem verschärft"

Bückeburg (rc). Der Comet-Markt an der Langen Straße hat wirtschaftliche Schwierigkeiten. Um Kosten zu sparen erhielten in den vergangenen Wochen zwölf der insgesamt 18 Mitarbeiter Änderungskündigungen und neue Arbeitsverträge angeboten, wie Marktleiter Peter Peper auf Anfrage bestätigte. Er hat den Markt vor noch nicht einmal einem Jahr vonder "Real-SB-Warenhaus GmbH" mit Sitz in Mönchengladbach übernommen und führt ihn seitdem als Franchisenehmer unter dem Markennamen "Comet" weiter. Bei der Übernahme am 1. Dezember 2005 hatte der Markt nach eigenen Angaben noch 25 Mitarbeiter.

veröffentlicht am 18.08.2006 um 00:00 Uhr

Die "extreme Verschärfung des Wettbewerbs" hat die betriebswirts

Einige der Mitarbeiter haben dieÄnderungskündigungen nicht hingenommen, mittlerweile sind mindestens vier Verfahren beim Arbeitsgericht in Hameln anhängig, so Informationen unserer Zeitung. In den vergangenen Wochen gab es zudem mehrere Betriebsversammlungen. Der Betriebsrat wollte sich mit Verweis auf das derzeit laufende Verfahren nicht äußern, wohl aber ein Sprecher der Gewerkschaft "Verdi", die den Teil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer vertritt. In einer Pressemitteilung führte Peper aus, dass mit den Änderungskündigungen "eine Schließung des Marktes verhindert werden und somit alle 18 Arbeitsplätze im Markt in Bückeburg erhalten bleiben". Hintergrund seien "notwendige" Änderungen der Personalkosten, da sich die Wettbewerbssituation im direkten Umfeld des Marktes "extrem verschärft hat". Dadurch habe sich die betriebswirtschaftliche Situation des "Comet"-Marktes "dramatisch verschlechtert", so dass für einen wirtschaftlich tragbaren Weiterbetrieb Änderungen in der Personalstruktur unumgänglich seien. Von Verdi-Gewerkschaftssekretär Dieter Böhm wurde darauf verwiesen, dass der Markt erst seit dem 1. Dezember vom Regie- zum Franchisebetrieb geworden sei. Damals seien die Verträge der Mitarbeiter mit "allen Rechten und Pflichten" von dem Nachfolger übernommen worden. Das bürgerliche Gesetzbuch sehe aber vor, dass danach ein Jahr an den Verträgen nicht gerührt werden dürfe. "Diese Frist ist nicht eingehalten." Um die Interessen der Arbeitnehmer zu wahren, habe die Gewerkschaft Fristen gesetzt, die noch nicht abgelaufen sind, so Böhm weiter. Es steuere aber auf Klagen vor dem Arbeitsgericht hin. "Dann wird sich der Marktleiter zur wirtschaftlichen Situation erklären müssen. Wir hoffen auf Einsicht und wollen wissen, wohin die Reise geht." Nach seinen generellen Erfahrungen könne die Situation auf eine Schließung des Marktes hinauslaufen: "Wenn schon ein Großer wie die Metro die Extra-Kette nicht zum Laufen bekommen hat, wie soll es dann ein Einzelner schaffen?", fragte der Gewerkschaftssekretär, verwies aber auch auf die Edeka-Gruppe, wo dieses Konzept seit Jahrenerfolgreich praktiziert wird: "Dort wird das Gegenteil bewiesen." Peper hat den Markt am 1. Dezember nach einer Umbauzeit von 16 Tagen (und Nächten) neu eröffnet und im Inneren für einen sechsstelligen Betrag umfassend modernisiert. Durch das Umstellen von Regalsystemen wurde das Warensortiment um 35 Prozent vergrößert. Um den Markt an der oberen Langen Straße ringen Bürger und Politiker seit längerem. Immer wieder gab es in den vergangenen Jahre im Zuge der Schwierigkeiten bei "Real" Gerüchte über Schließungen. Nachdem "Aldi" angekündigt hat, nach dem Ausbau des Standortes Weinberg den Innenstadt-Standort an der Braustraße aufzugeben, ist der"Comet" dann der letzte Verbrauchermarkt in der Innenstadt.

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