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Kühne Vision mit realistischer Perspektive / Eg Witt stimmt Freundeskreis auf feuchte Symbolik ein

Weser-Brückenschlag mit Grundwasserstrahl

Rinteln (ur). Im Zusammenhang mit dem Radwegenetz wurde bereits vor Jahr und Tag eine zusätzliche Brücke für Fußgänger und Radfahrer parallel zur Weserbrücke ins Gespräch gebracht, der Gedanke an eine Realisierung aber mit Blick auf die Kosten vorläufig verworfen.

veröffentlicht am 18.10.2006 um 00:00 Uhr

Der Rintelner Bildhauer und Aktionskünstler Eg Witt bekam gester

Jetzt aber stellt der Rintelner Künstler Eg Witt unter dem Titel "Strahl" die Idee für eine Installation vor, die ebenfalls beide Weserufer in Verbindung bringen soll. Eine Idee, die im Freundeskreis des Künstlers trotz ihrer visionären Kühnheit schon ganz realistisch diskutiert und um weitere Anregungen bereichert wurde: "Östlich der Brücke, am nördlichen Weserufer vor der Badeanstalt möchte ich einen Grundwasserbrunnen erschließen und von dieser Stelle aus über starke Pumpen das Wasser ineinem bogenförmigen Strahl in definierten Intervallen über die Weser an das südliche Ufer jagen - gewissermaßen eine Brückeninstallation, durch die das Wasser mit sich selbst kurzgeschlossen wird." Damit gewönne der Weserraum nicht nur ein Symbol der Verbindung über den Fluss, sondern auch ein aufmerksamkeitsstarkes Kunstwerk, das zugleich Teil der Natur und des jahreszeitlichen Wandels sei: "Im Grunde genommen eine Skulptur, nur dass das Material eben nicht aus statischen Stoffen wie Holz, Marmor, Eisen oder Bronze besteht, sondern aus Wasser." So werde ein optisches Ereignis geschaffen, das für Radtouristen, Kanuten und Fußgänger, mit seiner ästhetischen Wirkung auch für die Passagiere der Flussdampfer erhebliche Reize bieten könne, so Witt. Damit das Kunstwerk in seiner Natürlichkeit zur vollen Wirkung kommt, wolle er die erforderlichen technischen Voraussetzungen weitgehend inden Boden verlegen, so dass im Grunde nur der glitzernde Strahl und seine begleitende Nebelwand bewusst wahrgenommen werden. "Wenn sich dann noch ein Regenbogen einstellt, wäre die Komposition vollkommen." Dass für eine Umsetzung noch erhebliche technische und finanzielle Probleme geklärt werdenmüssen, blieb bei ersten Diskussionen im Freundeskreis von Eg Witt keineswegs außen vor: "Wenn sich genügend Menschen und Institutionen von diesem Gedanken eines Brückenbaus im Wasserkreislauf begeistern lassen, dürften diese Probleme aber lösbar sein", gibt sich der Künstler zuversichtlich.Am Anfang großer Ideen steht eben immer auch ein großes Vertrauen in ihre Machbarkeit. Und wer weiß: Am Ende können Besucher ja in Rinteln auch "Strahl-Brückenwasser" in Miniflaschen als Souvenir kaufen - womöglich gar in hochprozentiger Form: Die Destillationsanlagen dafür wären ja schon nur wenige hundert Meter flussabwärts vorhanden!

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