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Niedersächsischer Hospiztag am 7. Oktober in Rinteln / Benefizkonzert mit den Märchensängern

"Werbeveranstaltung für eine gute Sache!"

Rinteln (la). Am Sonnabend, 7. Oktober, findet in Rinteln der Niedersächsische Hospiztag statt. Aus diesem Anlass wird auch Bundesminister a.D. Dr. Rudolf Seiters in Rinteln zu Gast sein und von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz im Sitzungssaal des Rathauses empfangen. Seiters, Schirmherr der Hospiz-Stiftung, will sich um 14.30 Uhr in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Um 16 Uhr findet im Brückentorsaal ein Benefizkonzert der Schaumburger Märchensänger statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit wird gebeten. Auch Landessuperintendent Arend de Vries wird als Gast des Hospiztages erwartet.

veröffentlicht am 04.10.2006 um 00:00 Uhr

Die "Schaumburger Märchensänger" treten am kommenden Sonnabend,

"Die Schaumburger Märchensänger haben seit über zehn Jahren kein Benefizkonzert mehr gegeben. Umso mehr freuen wir uns, dass wir sie für unsere gute Sache gewinnen konnten", betonte der stellvertretende Vorsitzende der Hospiz-Stiftung Niedersachsen, Ulrich Domdey. Unterstützt wird die Hospiz-Stiftung bei der Organisation und Durchführung des Tages vom Hospizverein Rinteln und der Sparkasse Schaumburg, die die Veranstaltung sponsert. Die Hospiz-Stiftung Niedersachsen, eine Initiative der Kirchen, wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen, um Frauen und Männer in ihrem ehrenamtlichen Engagement für schwerkranke und sterbende Menschen zu unterstützen. Da die Stiftung großherzige und freigiebige Menschen benötigt, die ihre Aufgaben unterstützen, wurde der Niedersächsische Hospiztag ins Leben gerufen, der in jedem Jahr in einer anderen niedersächsischen Stadt stattfindet. Nach Lüneburg und Vechta ist diesmal Rinteln Treffpunkt für alle Hospizler. In einem Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte Dr. Rudolf Seiters, warum er sich für die Hospizbewegung engagiert. "Jährlich sterben in Deutschland über 900 000 Menschen, mehr als die Hälfte davon in Altenheimen und Krankenhäusern. Die Gesellschaft sollte alles tun, Menschen zu helfen, in Würde und - wenn irgendwie möglich - zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung zu sterben. Niemand sollte allein sterben, sondern jeder Mensch und selbstverständlich auch dessen Angehörige sollten auf dem letzten Weg begleitet werden." Das Ende menschlichen Lebens und der bewusste Umgang damit müsse wieder zu einem Teil des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens in der Gesellschaft werden. Durch Gespräche, für die in der Pflege oft keine Zeit bleibe, müssten Ängste abgebaut werden. Wichtig sei es, alles für die notwendigen Rahmenbedingungen zu tun. Die Palliativmedizin biete die Möglichkeit, Schmerzen zu lindern, und ermögliche so ein würdevolles Sterben. Allerdings fehle es an einer flächendeckenden Palliativversorgung. Gerade im ländlichen Raum könnten nur 20 Prozent der Sterbenden mit der Schmerztherapie versorgt werden und nur zehn Prozent könnten von Ehrenamtlichen betreut und begleitet werden. Dr. Seiters: "Das muss verbessert werden! Hier muss die Hospizbewegung auch weiter Gespräche mit der Regierung führen, um Unterstützung aus der Pflegekasse zu bekommen." Den Wunsch nach aktiver oder indirekter Sterbehilfe lehne die Hospizbewegung allerdings ab. Den Jahresempfang der Hospiz-Stiftung Niedersachsen sieht Seiters als eine "Werbeveranstaltung für die gute Sache! Wir müssen stärker aufklären. Das führt sicher zu einer größeren Spendenbereitschaft in der Bevölkerung. Die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen ist segensreich und deshalb ist breite Unterstützung wichtig".

Dr. Rudolf Seiters
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