weather-image
17°

Wer zahlt für das Duale System?

Kann ich nicht auch die alte Quietscheente in den Gelben Sack werfen, die ist ja ebenfalls aus Plastik? Die Antwort lautet: Nein. Denn Ziel des dualen Systems ist im Grunde nicht, möglichst viel Abfall zu recyceln, sondern Verpackungen zu entsorgen.

veröffentlicht am 18.01.2019 um 16:28 Uhr

yellow-sack-791401_1280 (1)
Genau dafür zahlen Unternehmen. In einer seit Jahresbeginn öffentlich einsehbaren Liste von Firmen finden sich allein 68 Hamelner Einträge. Vom Fotostudio über Einzelhändler bis zum Snackhersteller Xox. Seit 2009 sind alle Firmen verpflichtet, sich am Dualen System zu beteiligen. Der Kunde bezahlt damit natürlich indirekt über den Produktpreis auch die Kosten der Verpackungsentsorgung.

Als Folge des neuen Verpackungsgesetzes – gültig seit Jahresanfang – beteiligen sich nun mehr Unternehmen als bisher an den Kosten für die Entsorgung und das Recycling von Verpackungen. Zwei Wochen nach Inkrafttreten haben sich rund 130 000 Händler und Hersteller, die Verpackungen in den Verkehr bringen, registriert, wie Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Gunda Rachut von der neuen Zentralen Stelle Verpackungsregister Anfang dieser Woche in Berlin mitteilten. Das seien 70 000 mehr als bisher. Es sei aber noch „Luft nach oben“, sagte Rachut. Das nun öffentlich einsehbare Register führe bereits dazu, dass Unternehmen sich gegenseitig bei den Behörden anzeigten.

Für das Verpackungsrecycling sind in Deutschland die dualen Systeme verantwortlich, zum Beispiel: Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland. Wer die Verpackungen in Verkehr bringt, muss Gebühren an die Systeme zahlen und damit schon vorab für Entsorgung und Recycling über gelbe oder orangefarbene Tonnen oder Säcke aufkommen. Das neue öffentliche Register soll sicherstellen, dass alle, die müssen, auch zahlen – etwa Online-Händler. Wer das nicht tut, dem drohen Bußgelder und ein Vertriebsverbot. Das Verpackungsgesetz sieht zudem deutlich steigende Recyclingquoten vor, die die dualen Systeme umsetzen müssen. Insgesamt werde das Recyclingsystem durch die neuen Regeln etwas teurer – aber eher nicht so, dass Verbraucher etwas davon zu spüren bekämen, sagte Rachut. Schulze sagte, an erster Stelle müsse das Ziel stehen, Verpackungsmüll zu reduzieren. „Wir sind in der EU Spitzenreiter beim Verbrauch von Verpackungen mit rund 220 Kilogramm pro Person“, sagte sie. „Mein Ziel ist es, eine echte Trendwende zu erreichen weg von der Wegwerf- und Verpackungsmüllgesellschaft.“ 

Der Begriff „Duales System“

Das Duale System wurde 1991 – damals trat die neue Verpackungsverordnung in Kraft – von Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsbranche gegründet. Als zweites Entsorgungssystem neben der öffentlich-rechtlichen Müllentsorgung , darum „dual“. Im Grunde also eine spezielle Form von „Public-Private Partnership“.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?