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Hamelns Oberbürgermeisterin will sich nicht in die Pflicht nehmen lassen / Kommunikationsproblem mit Butte

Wer wird Totengräber der Erlebniswelt Renaissance?

Hameln (ni). Stadtoberhaupt Susanne Lippmann will sich für das Wohl oder Wehe der "Erlebniswelt Renaissance" nicht in die Verantwortung nehmen lassen. Mehr als ein "informelles Mitwirken" städtischer Mitarbeiter mit Museums- und Tourismuserfahrung an einem neuen Konzept für das vor die Wand gefahrene Prestige-Projekt stellt Hamelns Oberbürgermeisterin nicht in Aussicht; eine finanzielle Beteiligung der Stadt lehnt sie rundweg ab.

veröffentlicht am 06.12.2007 um 00:00 Uhr

Susanne Lippmann

Mit diesem Minimal-Angebot an Unterstützung bleibt Lippmann ihrer Linie treu und wehrt sich gegen alle Versuche des Landkreises Hameln-Pyrmont, die Stadt Hameln bei der EWR stärker in die Pflicht zu nehmen. Die Frage des Geldes, beteuert dagegen Landrat Rüdiger Butte, solle vorerst außen vor bleiben bei der Rehabilitation des vom Infarkt noch lange nicht genesenen "Herzstückes" der "Erlebniswelt" im Hamelner Hochzeitshaus. Als EWR-Gesellschafter und Betreiber des Standortes Hameln sei es nunmal Angelegenheit des Kreises, die finanziellen Probleme zu lösen, die möglicherweise auch mit einem Neustart unter veränderten Bedingungen verbunden wären. Er erwarte von der Stadt lediglich, dass sie "inhaltlich mitarbeitet". Warum sich zwischen der Lippmann-Offerte (informelle Mitwirkung) und der Butte-Bitte (inhaltliche Mitarbeit) trotzdem ein Graben auftut, den die beiden Hauptverwaltungsbeamten offenbar für fast unüberwindbar halten, erschließt sich keinem Außenstehenden. Butte jedenfalls sieht seine Bemühungen vorerst als gescheitert an. Und Hameln drängt in keiner Weise darauf, diesen Eindruck des Landrates zu korrigieren. In den Reihen der Politik interpretiert man den misslungenen Dialog zwischen den beiden Spitzenvertretern wahlweise als "Kommunikationsproblem", das Butte und Lippmann miteinander haben; oder als verschlüsselte Botschaft der Stadt Hameln, die der EWR - egal mit welcher Neuausrichtung sie nächstes Jahr wieder antritt - keine Überlebenschance mehr einräumt. Laut sagt das heute niemand. Hinter vorgehaltener Hand ("Man will schließlich nicht als Totengräber des Projektes dastehen") heißt es dafür immer häufiger und immer deutlicher: "Das Beste wäre, den Laden endgültig dicht zu machen." Sollte es dazu kommen, müsste sich Hameln Gedanken über eine andere Nutzung des Hochzeitshauses machen. Der mit dem Landkreis auf zwölf Jahre geschlossene Mietvertrag hat das Scheitern des Projektes zumindest schon einkalkuliert. Sollte die EWR das Haus nicht mindestens 1300 Stunden im Jahr offen halten, kann die Stadtden Vertrag vorzeitig kündigen.

Rüdiger Butte
  • Rüdiger Butte


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